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31. Dezember 2016 Viessmann Sport

Tour de Ski – Alles begann in München

04.01.2015, Oberstdorf, Germany (GER): the top group along the track - FIS world cup cross-country, tour de ski, pursuit men, Oberstdorf (GER). www.nordicfocus.com. © Felgenhauer/NordicFocus. Every downloaded picture is fee-liable.

Tour de Ski-Premiere im Olympiastadion
Es ist zugegebenermaßen keine leichte Geburt. Schließlich sollte die Tour schon in Tschechien, genauer gesagt in Nove Mesto, das Licht der Welt erblicken. Aber Schneemangel verhinderte den Auftakt und so bildete der Sprint im Olympiastadion der bayerischen Landeshauptstadt die Ouvertüre des Rennens, das in diesem Winter schon seine elfte Auflage erlebt, nach 2006 allerdings um München einen Bogen machte.

Eigenmann und Björgen schreiben sich in die Geschichtsbücher
Denn der Sprint im Stadion hatte damals so seine Tücken – die engen Kurven ließen die Favoriten im Rennen der Herren gleich reihenweise straucheln und so schrieb sich der Schweizer Christoph Eigenmann als erster Sieger in die Tour-Geschichtsbücher ein. Bei den Damen gewann in München mit Marit Björgen aus Norwegen eine der großen Favoritinnen auf den Gesamtsieg. Doch es zählt zu den Besonderheiten des Rennens, dass sich die sonst bei Großereignissen und im Gesamtweltcup dominierenden Damen aus Norwegen bis 2014 gedulden müssen, ehe mit Therese Johaug zum ersten Mal eine der ihren auf dem Podest der Gesamtsiegerin steht.

Von Rekordjägern und Etappenorten
Bis dahin hatte alleine die Polin Justyna Kowalczyk das ob seiner Strapazen oft auch als „Tor-Tour de Ski“ bezeichnete Etappenrennen vier Mal zu ihren Gunsten entschieden. Bei den Herren siegte der Schweizer Dario Cologna bisher drei Mal – auch deshalb ist mit Lenzerheide eine Gemeinde in der Schweiz jetzt Etappenort des Rennens, in diesem Winter gibt es dort den Auftakt der Schleife durch die Alpen. Aber nicht nur im Hochgebirge wurde gelaufen, neben Nove Mesto na Morave und der tschechischen Hauptstadt Prag zählte auch Oberhof zu den Schauplätzen. Sechs Mal war Thüringens Wintersport-Mekka Gastgeber einer oder mehrerer Tour-Etappen. Dies auch und vor allen Dingen, weil einige der einstigen deutschen Stars der Szene aus Thüringen stammten.

Deutsche Tour-Helden
Tobias Angerer dagegen ist zwar waschechter Bayer, trainierte aber eine Zeit lang in der Oberhofer Crew unter Trainer Cuno Schreyl. „Tobi“ schrieb Sportgeschichte, siegte bei der ersten Tour de Ski und holten den ersten (und bisher einzigen) Gesamterfolg für einen Aktiven des Deutschen Skiverbandes. Rene Sommerfeld und Axel Teichmann sorgten für weitere Podestplätze, doch der Glanz einstiger Erfolge hat längst Patina angesetzt. Inzwischen wären die Deutschen schon mit Top-Ten-Platzierungen zufrieden, liegt der Fokus im Gegensatz zu einst mehr auf den Damen um Sandra Ringwald und Nicole Fessel.

Titelaspiranten
Aber auch im Kampf um den Gesamtsieg darf mit Überraschungen gerechnet werden. Einige Asse aus Norwegen verzichten, Petter Northug und Marit Björgen beispielsweise, Vorjahressiegerin Therese Johaug ist gesperrt. Martin Johnsrud Sundby dagegen wird dabei sein und könnte seinen dritten Gesamterfolg nach 2014 und 2016 einfahren. Schon 2015 war der Skandinavier der Schnellste, musste den Pokal aber abgeben, weil ihm die unerlaubte Einnahme eines Asthma-Mittels nachgewiesen worden war. Das Damoklesschwert Doping wird auch in diesem Winter über der Tour schweben: Zwei russische Langläuferinnen und vier Langläufer aus Rußland sind im Ergebnis der Ermittlungen des so genannten McLaren-Reports in diesem Winter bei der Tour de Ski nicht am Start. Ihr Prominentester: Alexander Legkov, Olympiasieger und Tour-Gewinner 2013.