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23. Dezember 2018 Viessmann Sport

Blitz-Comeback vor Weihnachten – Olympiasiegerin wieder in der Spur

Laura Dahlmeier in Nove Mesto (CZE).

Laura Dahlmeier in Nove Mesto (CZE).

Medientermine mag Laura Dahlmeier ungefähr so wie Zahnschmerzen. Vor allem, wenn es aus ihrer Sicht nichts zu sagen gibt. So wie in Nove Mesto, am Tag vor ihrem Comeback in den Weltcup. Da stand die 26-Jährige und antwortete auf Fragen nach ihrer Form, ihrer Gemütslage, ihren Hoffnungen und Ängsten. Einige Antworten hatte sie sich zurechtgelegt, andere Fragen waren einfach nicht zu klären, denn Dahlmeier wusste wohl selbst nicht so recht, wie gut sie schon in Form ist.

Überzeugende Antworten in der Loipe

Laura Dahlmeier in Nove Mesto (CZE).

Freude nach erfolgreichem Comeback: Laura Dahlmeier sprintet auf Platz zwei in Nove Mesto (CZE).

Die Antworten, die Laura Dahlmeier tags darauf beim Sprint der Frauen lieferte, war dann beeindruckender als alle Statements. Denn Dahlmeier lieferte ein Comeback ab, dass nicht nur die 22.000 Fans im Stadion jubeln ließ. Mit einer hohen Startnummer ins Rennen gegangen, stürmte die Garmisch-Partenkirchnerin durch die Loipe, als wäre nichts gewesen. Nur ein Fehler im Stehendschießen verhinderte den Sieg, Platz zwei aber empfand die Doppelolympiasiegerin als eine solche Genugtuung, dass sie – als sich die erste Anspannung verflüchtigt hatte – sogar ein paar Freudentränchen vergoss.

Verständlich, denn vor einem Vierteljahr lag Dahlmeier noch im Krankenhaus, an körperliche Betätigung, Leistungssport gar, war nicht zu denken und die Gedanken an das Karriereende werden die junge Frau aus Bayern sicher nicht nur einmal beschäftigt haben. Umso beeindruckender das Blitz-Comeback, das ganz nebenbei die an diesem Tag eher durchwachsene Bilanz der deutschen Biathleten rettete. Und so sprudelte es nur so aus ihr heraus: „Ich hätte nicht gedacht, dass ich in diesem Jahr noch in den Weltcup zurückkommen kann – und dann so und ausgerechnet in Nove Mesto – das ist schon ein besonders emotionaler Moment“, verkündete sie nach der Siegerehrung und der berechtigte Stolz auf die eigene Leistung war ihr dabei durchaus anzumerken.

Nove Mesto: Lieblingsstrecke und Erfolgspflaster

Laura Dahlmeier in Nove Mesto (CZE).

Knüpft an vergangene Erfolge in Tschechien an: Laura Dahlmeier in Nove Mesto.

Nove Mesto hatte Laura und ihr Team mit Bedacht für die Rückkehr ausgewählt. Denn mit dem Ort in Mähren verbindet die Doppelolympiasiegerin viele schöne Momente. 2011 fand die Junioren-WM in Tschechien statt, 2013 hatte Dahlmeier ihren ersten WM-Einsatz in Nove Mesto und ihren ersten Weltcupsieg konnte sie ebenfalls hier feiern. Kein Wunder, dass man mit dem Ort, in dem ihr Stern aufging, viele schöne Momente verbindet – seit diesem Winter noch einen mehr. Tags darauf folgte Rang fünf im Verfolgungsrennen und die Bestätigung, dass Dahlmeier wieder zurück ist, in der Weltspitze.

Auf das Massenstartrennen am vierten Advent verzichtete die Garmisch-Partenkirchnerin dann. Obwohl: Ein wenig geliebäugelt mit einem Einsatz auch einen Tag vor Weihnachten hatte Dahlmeier schon. Doch die Vernunft siegte und so mussten die DSV-Damen auf ihre Vorzeigeläuferin verzichten. Eine Situation, die es in diesem Winter sicherlich noch das eine oder andere Mal geben wird, denn natürlich fehlen krankheitsbedingt einige Grundlagen.

Laura Dahlmeier in Nove Mesto (CZE).

Das Saisonziel Biathlon-WM bereits vor Augen: Laura Dahlmeier in Nove Mesto (CZE).

Aber wenn die Gesundheit mitspielt, dann ist Laura Dahlmeier spätestens beim Heim-Weltcup in Ruhpolding wieder mit von der Partie. Und dann kann man davon ausgehen, dass die 26-Jährige wieder um die Spitzenplätze mitlaufen wird. Aber auch daheim wird sie auf ihren Körper hören und versuchen, nicht zu viel zu investieren, denn in diesem Winter kennt Dahlmeier nur noch ein echtes Ziel: Die Biathlon-Weltmeisterschaft in Östersund.

Fotos: Manzoni / NordicFocus