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3. Dezember 2018 Viessmann Sport

Deutsche Skisprungdamen dominieren das Lillehammer-Triple

Der Winter hat gerade begonnen, da sorgen die DSV-Springerinnen für Furore. Beim Weltcup-Auftakt in Lillehammer (NOR) überraschte das deutsche Team mit nie gesehener mannschaftlicher Stärke und Siegen durch Juliane Seyfarth und Katharina Althaus. Mehr noch: Im Gesamtweltcup reichten die Resultate zur Doppelführung und mit Ramona Straub und Carina Vogt liegen weitere Anwärterinnen auf Podestplätze in Lauerstellung.

 

Weltcup-Vergangenheitsbewältigung der deutschen Skisprung-Damen

Katharina Althaus in Lillehammer (NOR).

Katharina Althaus in Lillehammer (NOR).

Ein neues deutsches Fräuleinwunder auf der Schanze? Ja und Nein! Deutsche Skispringerinnen waren immer vorn mit dabei, wenn es um Platzierungen bei Weltcups ging. Allerdings: Den Wettbewerb beherrschte jahrelang die Japanerin Takahashi nach Belieben, erst im letzten Winter stoppte Olympiasiegerin Maren Lundby aus Norwegen die Serie der kleinen Asiatin. Deutsche Springerinnen waren dagegen immer dann top, wenn es um die großen Wettbewerbe ging. Den Auftakt machte bei der WM-Premiere 2009 Ulrike Gräßler als Zweite, was folgte, war ein einmaliger Siegeszug von Carina Vogt. Gold bei den Olympischen Spielen in Sotschi 2014, zweimal WM-Gold ein Jahr später in Falun (SWE) und noch einmal zwei Siege bei den Titelkämpfen 2017 in Lahti (FIN). Da fällt die Mannschaftsbronzemedaille im Mixed-Team 2013, von Gräßler und Vogt gemeinsam mit Severin Freund und Richard Freitag errungen, fast nicht ins Gewicht.

 

Althaus im Gelben Trikot und mit WM-Qualifikation nach dem Saisonauftakt

Tagessieg für Katharina Althaus von der Großschanze in Lillehammer (NOR).

In diesem Winter sollte eigentlich der Mannschaftswettbewerb der Frauen WM-Premiere feiern, die allerdings wurde auf 2021 in Oberstdorf verschoben, was Bundestrainer Andreas Bauer eingedenk der Leistungen zum Saisonstart fast ein wenig bedauern dürfte. So aber bleibt dem Trainer die Qual der Wahl bei der Benennung der fünf Plätze für den Einzelstart – Vogt als Titelverteidigerin hat ja ein persönliches Startrecht. Dass Katharina Althaus gute Karten hat, in Seefeld (AUT) auf der Schanze zu stehen, dürfte kein Geheimnis sein – die WM-Qualifikationsnorm hat die 22-Jährige nach Lillehammer schon in der Tasche, dazu das Gelbe Trikot der Weltcup-Gesamtführenden und eine schöne Prämie als Belohnung obendrauf, schließlich fassten die norwegischen Gastgeber die drei Wettbewerbe im Olympiaort von 1994 zu einer kleinen Trophy zusammen. Nur am zweiten Wettkampftag, als die Russin Lydia Jakowlewa etwas überraschend siegte, schrammten die deutschen Damen knapp am Podest vorbei, Althaus wurde am Samstag als beste DSV-Starterin Vierte.

Die Oberstdorferin, die bei den Spielen im Februar in Pyeongchang Silber gewonnen hatte, scheint sich Jahr für Jahr verbessern zu können, lieferte schon im letzten Winter kontinuierlich Spitzenleistungen auch im Weltcup ab und gewann nach den Spielen das Springen im rumänischen Rasnov – ihr insgesamt vierter Erfolg damals. Im Jahr zuvor hatte es schon in Ljubno gereicht und – zweimal in Lillehammer. Althaus ist Wiederholungstäterin, hatte schon 2018 die Lillehammer-Trophy zu ihren Gunsten entschieden.

 

Juliane Seyfarth klopft mit erstem Weltcupsieg in der Top-Liga an

Gratulation unter Siegerinnen: K. Althaus und J. Seyfarth in Lillehammer (NOR).

Gratulation unter Siegerinnen: K. Althaus und J. Seyfarth in Lillehammer (NOR).

Die Überraschung schlechthin ist dagegen Juliane Seyfarth. Die Thüringerin gehörte bisher zu den Kräften hinter den beiden Top-Athletinnen Vogt und Althaus und kämpfte oft um gute Weltcupplätze. Doch vor diesem Winter scheint bei der 28-Jährigen der Knoten endgültig geplatzt zu sein, der Auftakterfolg in Norwegen ist Beleg dafür. Im Gesamtweltcup rangiert Seyfarth hinter Althaus auf Rang zwei – ein Resultat zum Einrahmen. Mit der am Sonntag zweitplatzierten Ramona Straub und Carina Vogt, die nach gesundheitlich bedingtem Trainingsrückstand sicher noch Luft nach oben hat, rangieren weitere DSV-Fliegerinnen aussichtsreich im Vorderfeld des Weltcup-Zirkus. Der macht jetzt in Deutschland Station, in Neustadt-Titisee geht es zweimal von der Großschanze ins Tal. Eine Anlage, die Weitenjägerin Katharina Althaus entgegenkommen dürfte, segelte sie doch auch in Lillehammer der Konkurrenz insbesondere in ihrem letzten Versuch regelrecht davon.

Fotos: Tumashov / NordicFocus