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22. November 2017 Viessmann Sport

Es geht los!

Biathlon-Weltcup in Hochfilzen (AUT).

Während die Rennrodler in Innsbruck und die Skispringer im polnischen Wisla schon am vergangenen Wochenende erste Duftmarken hinterließen, greifen jetzt auch Kombinierer, Langläufer und Biathleten ins Geschehen ein. Die Skispringerinnen folgen am ersten Adventswochenende in Lillehammer.

Unterschiedliche Baustellen

Carina Vogt: Olympisches Gold in Sotschi (RUS).

Dabei darf man gespannt sein, ob Japans Überfliegerin Sara Takanashi wieder so dominieren kann, wie in den letzten Wintern. Ihre Landsfrau Yuki Ito, Maren Lundby aus Norwegen und Katharina Althaus schafften es in der vergangenen Saison auch auf Platz eins und gelten als die heißesten Anwärterinnen auf Podestplätze. Und dann wäre da ja noch Carina Vogt. Die Olympiasiegerin und mittlerweile viermalige Weltmeisterin schaffte es in der Vergangenheit Jahr für Jahr pünktlich zum Saisonhöhepunkt in Top-Form zu sein, gewann in Sotschi, dann bei der WM in Falun und schließlich auch bei den Welttitelkämpfen in Lahti. Ist also die Deutsche die eigentliche Favoritin im Kampf um Olympiagold? Eingedenk aller Erfahrungen kann man diese Frage wohl nicht seriös beantworten, auch weil die Saisonvorbereitung der mittlerweile 25-Jährigen verletzungsbedingt nicht komplett reibungslos ablief. Grundsätzlich aber gilt: Auch wenn Japans Sara Takanashi im Weltcup dominiert – die Olympischen Spiele sind wieder eine ganz andere Baustelle.

Außenseitersieg zum Saisonauftakt

Richard Freitag 2015 in Ruka (FIN).

Das gilt nicht für die Herren, bei denen auch ein Japaner zum Auftakt für Furore sorgte. Junshiro Kobayashi siegte in Wisla, ließ alle Favoriten hinter sich und setzte damit ein ziemliches dickes Ausrufezeichen. Denn eigentlich hatte man zum Auftakt in Polen Springer aus dem Gastgeberland, die Österreicher um Überflieger Stefan Kraft, Slowenen oder die im Teamwettbewerb erfolgreichen Norweger ganz vorn gesehen. Aber der junge Mann aus Fernost sprang stabil und hatte dabei auch ein bisschen Windglück. Richard Freitag, der zum Auftakt in Wisla nach dem ersten Durchgang in Führung gelegen hatte, durfte am Ende als Vierter zu Recht mit den äußeren Bedingungen hadern. Neben Freitag haben die Herren Wellinger, Eisenbichler und Leyhe die größten Chancen bei den Olympischen Spielen an den Start zu gehen – allerdings sind die Springen im Zeichen der Ringe nicht der einzige Saisonhöhepunkt. Vierschanzentournee, die Skiflug-Heim-WM in Oberstdorf, die RAW-Air, Highlight folgt auf Highlight, schön eingebettet darin die Wettbewerbe in Pyeongchang.

Olympiamedaillen fest eingeplant

Platz drei für Tatjana Hüfner, Innsbruck (AUT)

Die sind bei den Rennrodlern gleichzeitig der Saisonabschluss. Und in Korea wollen es die Geisenberger, Loch, Wendl, Arlt, Hüfner, Eggert und Benecken erst wissen und anschließend richtig krachen lassen. Denn Olympiamedaillen der Bob- und vor allem Schlittensportler sind beim DOSB fest eingeplant. Die Hoffnung ist berechtigt, immerhin dominieren die Deutschen im Eiskanal seit Jahr und Tag. Dass Siege dennoch nicht vom Himmel fallen, davon können Felix Loch und das Duo Wendl/Arlt allerdings schon nach Innsbruck ein Lied singen. Jetzt folgen mit Winterberg und Altenberg zwei Weltcups in Deutschland, dann geht es über den Atlantik und im neuen Jahr dürfen in Oberhof und am Königssee für den Höhepunkt in Korea wieder die Kufen geschliffen werden.

Ein Ass sticht immer

Kristallkugel-Liebhaber: E. Frenzel nach dem Weltcupfinale 2016/17 in Schonach (GER):

Schliff ist auch ein Stichwort für Kombinierer und Langläufer. Während die einen nach einer Saison wie aus Gold in Pyeongchang zu den großen Medaillenfavoriten zählen, haben die anderen seit Jahr und Tag ihre liebe Müh und Not, mit der Weltspitze mitzuhalten. Rydzek oder Frenzel, Rießle oder doch Altmeister Kircheisen – Bundestrainer Hermann Weinbuch kann sich eigentlich gemütlich zurücklehnen. Ein Ass stach im letzten Winter immer und die deutschen Kombinierer hielten den Rest der Welt in Schach. Damit legten sich die Jungs eine ziemlich hohe Anspruchslatte vor die Nasen – denn nach dem letzten Winter fällt es sicher schwer dem nicht so eingeweihten Umfeld zu erklären, dass Erfolge Jahr für Jahr, Wettkampf für Wettkampf neu errungen werden müssen. Und dass der Satz vom „Zweiten als ersten Verlierer“ eingedenk der Mitbewerber aus anderen Ländern eben nur ein Spruch ist.

Dünne Personaldecke

Victoria Carl beim Weltcup 2016 in Quebec (CAN).

Über zweite Plätze würden sie im Lager der Langläufer wahrscheinlich Jubelsprünge machen – doch die Hiobsbotschaften vor Saisonbeginn rissen nicht ab. Erst gab Tim Tscharnke seinen Rücktritt vom Leistungssport bekannt, unmittelbar vor Saisonbeginn jetzt auch Hannes Dotzler, was die Personaldecke bei den Herren extrem ausdünnt. Eine Staffel für die Spiele zu stellen dürfte zu den Aufgaben gehören, die den Verantwortlichen in den nächsten Wochen sicherlich ins Grübeln bringen wird. Bei den Damen ist die Lage etwas besser, da wären einerseits die Arrivierten um Nicole Fessel und Stefanie Böhler, andererseits die jungen Wilden wie Katarina Hennig und Victoria Carl. Auch Hanna Kolb und Sandra Ringwald dürften am Wochenende hoffnungsvoll in die Saison starten. Die beginnt im finnischen Ruka. Logisch, dass zum Winterbeginn Länder in Nordeuropa bevorzugt als Austragungsort gewählt werden, die Schneesicherheit ist dort eben garantiert. Und so können sich sowohl die Finnen, als auch das schwedische Östersund Jahr für Jahr darüber freuen, zum Weltcupauftakt als Gastgeber ausgewählt zu werden.

Favoritenbürde

L. Dahlmeier: Reichlich Kristallglas und Edelmetall nach der Wintersaison 2016/17.

L. Dahlmeier: reichlich Kristallglas und Edelmetll nach der Saison 2016/17.

Bei den Biathleten zieht sich der Weltcupauftakt allerdings ziemlich in die Länge – erst gibt es die Mixed-Wettbewerbe, dann dürfen die Sportlerinnen und Sportler auch als Solisten ran. In Deutschland gab es im letzten Winter kaum einen Satz, in dem neben dem Wort Biathlon nicht auch der Name Laura Dahlmeier auftauchte. Deren Siegeszug begeisterte die Fans und beeindruckte die Konkurrenz. Und sorgte dafür, dass Laura in diesem Winter neben dem Gewehr auch noch einen Rucksack mit sich herumschleppen muss – den der Favoritin. Im Schatten der Überfliegerin allerdings lauert nicht nur die internationale Konkurrenz, auch die DSV-Biathletinnen wollen um Siege und Podestplätze mitkämpfen. Gespannt darf man dabei sein, wie Umsteigerin Denise Hermann in ihrem zweiten Biathlonwinter auftritt. Bei den Herren – durch die Sensationserfolge von Dahlmeier trotz toller Leistungen ein wenig im Schatten der Championesse – hofft man auf einen Winter, der in Sotschi von Medaillen gekrönt werden kann. Aber darauf hoffen sie wohl alle!

Fotos: nordicfocus.com