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26. März 2019 Viessmann Sport

Finale: Runder Saisonabschluss krönt gelungenen Skiwinter

23.03.2019, Planica, Slovenia (SLO): Markus Eisenbichler (GER) - FIS world cup ski flying, team HS240, Planica (SLO). www.nordicfocus.com. © Nordicfocus/EXPA/JFK. Every downloaded picture is fee-liable.

Nein, es war nicht der klassische nacholympische Winter für die deutschen Ski-Asse im Schnee. Normalerweise folgen auf Olympiazyklen immer Generationswechsel, tauchen neue Gesichter auf, versucht man verlorenen Boden wiedergutzumachen. Aus DSV-Sicht war das nach Pyeongchang nicht notwendig: Immerhin hatte es in Korea für die Nordischen Skisportler, aber auch für Biathletinnen und Biathleten reichlich Medaillen geschneit. Und so galt es im Winter eins nach den Spielen in Korea, der ja auch immer ein WM-Winter ist, die starken Positionen zu behaupten und wenn möglich auszubauen. Gelungen ist das zumindest teilweise.

 

Kombinierer und Skisprung-Herren laufen erst in Seefeld zu Hochform auf

Die WM-Bilanz kann sich sehen lassen: Eric Frenzel in Seefeld (AUT).

Dass die Nordischen Kombinierer und die Skispringer bei der WM in Seefeld ihren Anteil daran hatten, darf nach der Papierform nicht überraschen, nach dem Geschehen im Weltcup zuvor schon. Denn die erfolgsverwöhnten Schützlinge von Bundestrainer Hermann Weinbuch suchten lange nach der Sprungform. Rydzek, Rießle, Frenzel und Co. waren von der Weltspitze, angeführt vom überragenden Jarl Magnus Riiber aus Norwegen, ein Stück weit weg. Aber in Seefeld passte es dann. Insbesondere Eric Frenzel lief zu Topform auf und sorgte dafür, dass auch bei dieser WM wieder galt: dort wo Deutschlands Aktive sind, ist vorn.

Für die Skispringer kann man gleiches sagen, auch hier klaffte nach der Vierschanzentournee, die aus DSV-Sicht mit den Plätzen zwei und drei für Marcus Eisenbichler und Stephan Leyhe in der Gesamtwertung sehr zufriedenstellend lief, ein Leistungsloch. Insbesondere die Vorflieger der Olympiasaison, Andreas Wellinger und Richard Freitag, wollten und wollten nicht zu ihrer Form finden. Doch pünktlich zur WM stimmte die Performance, Markus Eisenbichler avancierte zum WM-Star mit dreimal Gold, Karl Geiger mit zweimal Gold und einmal Silber lieferte ebenfalls großartige Vorstellungen. Eisenbichler und Geiger waren die deutschen Helden der abgelaufenen Saison – der letzten für Erfolgstrainer Werner Schuster als Bundestrainer. Der Österreicher gibt die Fahne ab, gönnt sich eine Auszeit und verabschiedete sich mit den fast schon gewohnten Erfolgen der Vorjahre.

 

Althaus und Seyfarth etablieren sich an der Weltcup-Spitze

Erlebte die beste Wintersaison ihrer Karriere: Katharina Althaus beim Saisonfinale in Tschaikowsky (RUS).

Sein Pendant bei den Frauen, Andreas Bauer, stand ihm in nichts nach. Katharina Althaus und Juliane Seyfarth sorgten mit insgesamt sieben Weltcupsiegen für große Erfolge und bei der WM reichte es für die DSV-Damen zu Gold bei der WM-Premiere im Team, Silber für Althaus im Einzelwettbewerb und noch mal Gold im Mixed-Team Springen, was das Fazit zulässt, dass die DSV-Sportlerinnen und Sportler zu Höchstleistungen fähig sein können, wenn eine Schanze in der Nähe ist.

 

Medaillensegen in Östersund

Saison-Highlight der Biathlenen in Östersund (SWE): Das Team feiert Einzel-Weltmeister Arnd Peiffer.

Bei den Biathleten dominierte bei den Herren zwar der Norweger Johannes Thingnes Boe den Weltcup, aber bei der WM konnte sich Arnd Peiffer den Titel im Einzelrennen sichern. Insgesamt gab es für die Deutschen sieben Podestplätze. Auch Denise Herrmann holte Gold. Mindestens genauso hoch sind allerdings die beiden Bronzeplaketten einzuordnen, die Laura Dahlmeier erobern konnte. Für die Vorzeigebiathletin des DSV gestaltete sich der nacholympische Winter zur wohl kompliziertesten Saison ihrer bisherigen Laufbahn. Im September lag Dahlmeier im Krankenhaus, an Leistungssport war nicht zu denken. Doch die Kämpferin kam zurück, gab in Nove Mesto ihren Weltcupeinstand, wurde aus dem Stand Zweite und knackte damit die WM-Norm. Allerdings: Krankheiten warfen die Partenkirchnerin immer wieder zurück, ein normaler Wettkampfalltag fiel für die 25-Jährige in diesem Winter aus. Und trotzdem schaffte sie es zum Saisonhöhepunkt zweimal aufs Treppchen.

 

Langlauf-Nachwuchs in den Startlöchern

Von Podestplätzen waren Langläuferinnen und Langläufer noch entfernt, doch der Abstand zum „Stockerl“ verringerte sich speziell bei den Frauen spürbar. Und das, obwohl mit Nicole Fessel und Stefanie Böhler die beiden routiniertesten Deutschen verletzungsbedingt passen mussten. Aber mit Viktoria Carl und Katharina Henning schafften zwei jüngere DSV-Läuferinnen den Anschluss an die Weltspitze, Carl kehrte aus Seefeld mit gleich drei Top-Ten Platzierungen heim. Und dennoch: Bundestrainer Peter Schlickenrieder kündigte an, einschneidende Veränderungen vornehmen zu wollen.

 

Biathlon-WM als alleiniger Höhepunkt der kommenden Wintersaison

WM-Austragungsort 2020: Das Biathlon-Stadion in Antholz (ITA).

Der kommende Winter bietet im Nordischen Skisport dazu Gelegenheit, denn 2019/20 wird eine Saison ohne Nordische Ski-WM. Gelegenheit, an diversen Stellschrauben zu drehen, sei es bei den Kombinierern, bei den Springern mit neuem Bundestrainer oder eben im Langlauf. Die Saisonhöhepunkte im neuen Winter heißen Tour de Ski, Vierschanzentournee und Skiflug-WM.

Im Biathlon dagegen gibt es keine WM-Pause. Antholz in Südtirol ist im kommenden Winter der Sehnsuchtsort aller Sportler auf der Jagd nach WM-Titeln und -Medaillen. Und die Deutschen hoffen, auch in Italien wieder an die WM-Erfolge anknüpfen zu können.

 

Fotos: Thibaut, Tumashov, Manzoni / NordicFocus