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27. Dezember 2018 Viessmann Sport

Breite Phalanx – DSV-Adler vor der Tournee in Lauerstellung

Die Erfolge der aktuellen deutschen Skispringergeneration sind untrennbar mit dem Namen Werner Schuster verknüpft. Der Österreicher, seit  2008 verantwortlicher Bundestrainer im Deutschen Skiverband, hat seine Jungs zurückgeführt in die Erfolgsspur. Unter Schuster etablierten sich die DSV-Adler wieder stabil in der Weltspitze, gewannen bei allen Großereignissen Titel und Medaillen, feierten Weltcup-Siege. Severin Freund, Richard Freitag und Andreas Wellinger – sie alle reiften unter dem 49-Jährigen zu Top-Athleten. Schuster hat mit seinen Jungs alles erreicht. Fast alles! Denn ein Titel fehlt noch in der Erfolgsbilanz des Vorarlbergers: Dem Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee fliegen die Deutschen unter seiner Führung bisher erfolglos hinterher.

Das lange Warten auf den nächsten deutschen Gesamtsieg

Bundestrainer Werner Schuster bei der Tournee 2017/18 in Garmisch-Partenkirchen (GER).

„Einen Tourneesieg  kann man nicht planen, der hängt von zu vielen Faktoren ab“, gibt sich Schuster vor der 67. Auflage des populären Sportereignisses rund um den Jahreswechsel betont gelassen. Und dennoch – die Fans in Deutschland hoffen Jahr für Jahr, dass es einer ihrer Athleten schafft, die Nachfolge der Helden von einst anzutreten. Jens Weißflog, Helmut Recknagel und Jochen Danneberg siegten gleich mehrfach, Weißflog hält zudem mit zehn Tagessiegen gemeinsam mit dem Norweger Björn Wirkola den Rekord an Einzelerfolgen auf den vier Schanzen.

Eine Bestleistung, die auch nach diesem Winter Bestand haben wird, denn von den aktuellen Top-Athleten hat Vorjahressieger Kamil Stoch aus Polen mit fünf Tageserfolgen die meisten Einzelsiege in seiner sportlichen Vita vorzuweisen. Und dann wäre da noch Sven Hannawald, der vor Stoch als Letzter das Kunststück fertiggebracht hatte, alle vier Springen bei einer Tournee für sich zu entscheiden. 2002 war das und so lange liegt auch der letzte deutsche Gesamtsieg zurück.

DSV-Adler breit aufgestellt beim Skisprung-Klassiker

Und in diesem Winter? Da zählen die Deutschen sicherlich nicht zu den Top-Kandidaten für den Gesamterfolg. Eher Titelverteidiger Stoch oder der bisher in der Saison dominante Japaner Ryoyu Kobayashi, der schon vier Weltcupspringen für sich entscheiden konnte. Aber auch die Prevc-Brüder aus Slowenien oder Stefan Kraft aus Österreich haben die Experten auf der Liste, dazu die Norweger Johannson und Forfang oder Stochs Landsmann Pjotr Zyla.

Verletzungspech im deutschen Lager: Richard Freitag hofft auf sorgenfreie Tournee-Teilnahme.

Beim DSV dagegen weiß man noch nicht so recht, wer den „Überflieger“ geben soll. Severin Freund, einst der Vorzeigeadler im Team, wird nach seiner langen Verletzung Schritt für Schritt an die alte Klasse heranschnuppern wollen, Andreas Wellinger fehlte zuletzt noch ein wenig die Konstanz und Richard Freitag fand nur schwer in die Saison, kämpft zudem mit einer wieder aufgebrochenen Verletzung aus der letzten Saison. „Wir hoffen, dass wir das bis zur Tournee wieder hinbekommen“, gab sich Bundestrainer Schuster in Engelberg verhalten optimistisch.

Denn das Grundniveau bei seinen Top-Leuten stimmte und mit Stephan Leyhe und Karl Geiger holten bisher andere Athleten die Kastanien aus dem Feuer. Leyhe sprang zum Auftakt im polnischen Wisla aufs Treppchen, Geiger gewann in Engelberg. Nicht zu vergessen Andreas Wellinger, der in Kuusamo als Zweiter auf das Treppchen gesegelt war. Was zur Folge hat, dass gleich mehrere DSV-Anwärter auf vordere Plätze in Oberstdorf den Kampf um den Gesamtsieg aufnehmen. Auch kein schlechtes Vorzeichen für eine erfolgreiche Tournee.

Fotos: Tumashov, Rauschendorfer / NordicFocus