Juniorathlet des Monats | Februar | Justin Lisso - Viessmann-Sports
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2. März 2018 Viessmann Sport

Juniorathlet des Monats | Februar | Justin Lisso

Steckbrief
Familienname: Lisso
Vorname: Justin
Geburtstag: 12.12.1999
Größe/Gewicht: 183 cm / 61 kg
Verein: WSV Schmiedefeld
Kader: C-Kader
Beruf: Landespolizist
Trainer: Tino Haase, Christian Leitner (C-Kader), Ralph Gebstedt (Stützpunkt)
Trainingsstützpunkt: Oberhof
Hobbys: Fußball, Grillen, Freunde treffen

 

Sportliche Karriere
Justin ist gebürtiger Thüringer, wächst aber in Hannover auf. Durch seinen Vater, der selbst Nordischer Kombinierer war, beginnt Justin im Alter von sechs Jahren mit dem Skispringen. Unter Leitung der Trainer Jörg Pröml und Wilfried Hocke wird sein Talent im WSV Schmiedefeld gefördert. Um Schule und Leistungssport besser miteinander verbinden zu können, wechselt Justin mit zwölf Jahren an das Sportgymnasium in Oberhof. Seine internationale Karriere startet Justin im September 2015 beim Alpencup in Hinterzarten. 2016 beendet Justin seine schulische Laufbahn mit der mittleren Reife und tritt in den Dienst der Landespolizei Thüringen.
Wegen seiner guten Leistungen in der Nachwuchsrennserie der Alpenländer debütiert er 2017 im Continentalcup und macht dort mit einigen Top-20-Ergebnissen auf sich aufmerksam.
Seinen bislang größten sportlichen Erfolg feiert er 2018 in der Schweiz. Nach Platz 20 im Einzel gewinnt er bei den Juniorenweltmeisterschaften in Kandersteg mit der Mannschaft Gold und legt einen Tag später mit Silber im Mixed-Team nach.

 

Sportliche Erfolge
Medaillen bei Juniorenweltmeisterschaften
2018
Gold (Team), Kandersteg (SUI)
Silber (Mixed-Team), Kandersteg (SUI)

Top-20-Platzierungen im Continentalcup
2017/18
14. Platz Klingenthal (GER)
13. Platz Klingenthal (GER)
11. Platz Wisla (POL)

Beste Platzierungen beim FIS Grand Prix
43. Platz Klingenthal (GER)

Top-10-Platzierungen im Alpencup
2017/18
4. Platz Kranj (SLO)
1. Platz Predazzo (ITA)
1. Platz Predazzo (ITA)
6. Platz Kandersteg (SUI)
7. Platz Kandersteg (SUI)

2016/17
8. Platz Chaux-Neuve (FRA)
8. Platz Hinterzarten (GER)
8. Platz Einsiedeln (SUI)

Top-10-Platzierungen im FIS-Cup
2016/17
10. Platz Hinterzarten (GER)

 

Interview
wir-sind-winterfans.de: Hallo Justin, am Ende eines langen Winters: wie bist du durch die Saison gekommen?
Justin Lisso: „Durch die Folgen meines Sturzes in der direkten Wintervorbereitung war die Saison recht schwierig für mich. Noch bevor die Wintersaison richtig losgegangen ist, bin ich in Ramsau nach einem viel zu weiten Sprung beim Landen ins Straucheln gekommen und gestürzt. Dabei habe ich mir derart das Knie verknackst, dass der Meniskus gestaucht und die Außenbänder gedehnt wurden. Um die Belastung für das Knie gering zu halten, war das Krafttraining danach erstmal nur noch sehr dosiert möglich. Dementsprechend eingeschränkt war ich dann in der weiteren Vorbereitung. Glücklicherweise waren die Knieprobleme zum Saisonstart dann aber zunächst einmal verschwunden, so dass ich mein geplantes Wettkampfprogramm ohne Beeinträchtigungen aufnehmen konnte.
Nach dem Sturzpech hatte ich in der ersten Saisonhälfte dann aber auch ein wenig Glück bei meinen Wettkämpfen. So durfte ich nach guten Alpencup-Resultaten auch im Continentalcup starten und habe mich mit den Ergebnissen dort für die Teilnahme an den Juniorenweltmeisterschaften qualifiziert. Mit der Goldmedaille im Team und Silber im Mixed-Team hatte die Saison plötzlich einen optimalen Verlauf bekommen.
Beim Alpencup in Slowenien nach der JWM hat es mich mit dem Knie dann aber wieder erwischt. Bei der Landung nach einem ziemlich weiten Wettkampfsprung war die Belastung für das Knie scheinbar doch noch zu hoch, und die Knieprobleme vom Saisonbeginn waren wieder da. Nach dem neuen Vorfall habe ich die Wettkampfsaison in Absprache mit den Trainern dann auch schon vorzeitig im Februar beendet, um dem Knie Zeit für die Regeneration zu geben. Seitdem schone ich das Knie und muss regelmäßig zur Physiotherapie, damit ich im Sommer wieder voll einsteigen kann. Aktuell lasse ich das Knie noch zwei bis drei Wochen auskurieren und werde dann Ende April langsam wieder mit dem Krafttraining beginnen. Ab Mitte Mai plane ich mit dem Wiedereinstieg ins Sprungtraining. Rückblickend war es also eine Saison mit Höhen und Tiefen, insgesamt haben aber die positiven Momente überwogen und ich bin sehr zufrieden mit dem Verlauf.“

Wie hast du den Goldmoment beim Team-Wettbewerb der JWM in Erinnerung?
Justin Lisso: „Mein JWM-Einzel in Kandersteg verlief leider nicht gerade so wie ich mir das vorher vorgestellt hatte. Ich bin dort nur auf Platz 20 gelandet und musste mich deshalb am Vortag des Team-Wettbewerbs erst noch einem Ausscheidungsspringen mit Luca Roth um den letzten Startplatz in der Mannschaft stellen. Das konnte ich – wenn auch knapp – für mich entscheiden.
Am Wettkampftag selbst war ich sehr vom Teamspirit innerhalb der Mannschaft beeindruckt. Wir haben uns gegenseitig bestmöglich unterstützt und uns somit gegenseitig die Aufregung genommen.
Im Finale war klar, dass es zwischen den Österreichern und uns ziemlich knapp wird. Zum Schluss haben wir dann nur noch gezittert, dass Constantin als Schlussspringer das Ding runter bringt. Der ist cool geblieben und hat seinen Sprung auf 104 Meter gestanden. Am Ende haben wir die Österreicher um fünf Punkte auf Platz zwei verwiesen. Mir ist auf jeden Fall ein großer Stein vom Herz gefallen, dass ich meine beste Leistung im Team-Wettbewerb abrufen konnte. Silber mit dem Mixed-Team tags darauf war dann natürlich das i-Tüpfelchen auf der JWM-Erfolg.“

Gab es für dich neben den Medaillen bei der JWM weitere unvergessliche Ereignisse in der Saison 2017/18?
Justin Lisso: „Ein weiteres persönliches Highlight war sicherlich meine Premiere beim Sommer Grand Prix in Klingenthal. Durch die vorangegangenen Top-15-Ergebnisse beim Continentalcup war ich dort in der nationalen Gruppe startberechtigt. Vor so vielen Zuschauern zu springen war ein ungewohntes, aber gleichzeitig cooles Erlebnis, das ich nicht so schnell vergessen werde. Die Teilnahme an der Vierschanzentournee als Mitglied der nationalen Gruppe war zu dem Zeitpunkt ein weiteres realistisches Ziel, das ich gemeinsam mit meinen Trainern anvisiert hatte. Wegen meiner Knieverletzung ist daraus dann aber leider nichts geworden.“

Du hast 2016 die Schule abgeschlossen und bist seitdem in der Sportfördergruppe der Landespolizei Thüringen. Wie sehr hat die Aufnahme deiner Ausbildung deinen Alltag verändert?
Justin Lisso: „Zugegeben, der Umstieg von Schüler zum Polizeischüler war schon gewöhnungsbedürftig. Dadurch dass wir während unseres Ausbildungsblocks von Mitte März bis in den späten Juli hinein immer bis in den späteren Nachmittag Unterricht haben, beginnt das Skisprungtraining an den meisten Tagen erst am frühen Abend. Das ist schon sehr intensiv – aber nicht so, dass es den Sport behindern würde. Und, ich habe mich für den Weg entschieden, deshalb liegt jetzt auch meine volle Priorität darauf, Ausbildung und Leistungssport unter einen Hut zu bekommen. Und der Vorteil in der Sportfördergruppe ist, dass wir ab Ende Juli mehr oder weniger für die gesamte Wettkampfsaison freigestellt sind.“

Als DSV-C-Kaderathlet bist du Teil des Viessmann Juniorteams. Was verbindest du mit deinem Sponsor?
Justin Lisso: „Dadurch, dass ein Bekannter meiner Eltern Viessmann-Anlagen verkauft und installiert, ist mir die Firma Viessmann als Hersteller von qualitativ hochwertigen Heizanlagen schon länger ein Begriff. Als Mitglied im Juniorteam gefällt mir, dass die zuständigen Mitarbeiter bei Viessmann immer ein offenes Ohr für uns Nachwuchsathleten haben. Positiv ist natürlich auch die Berichterstattung über uns in den sozialen Medien.“

Für deine Medaillen bei der Juniorenweltmeisterschaft wirst du innerhalb des Viessmann Juniorteams eine Prämie erhalten? Weißt du schon, wofür du das Geld ausgeben wirst?
Justin Lisso: „Ausrüstungstechnisch war es in diesem Winter so, dass ich finanziell noch etwas nachsteuern musste – beispielsweise für die teuren Sprunganzüge und anderes Material. Da kommen die Prämien, die ich für die JWM-Medaillen erhalten werde, natürlich sehr gelegen. Wenn von dem Geld dann noch etwas übrig bleibt sollte, werde ich es für den nächsten Winter zurücklegen.

Justin, vielen Dank, dass du dir die Zeit für das Gespräch genommen hast. Wir wünschen dir einen erfolgreichen Wiedereinstieg ins Training und alles Gute für deine Sportkarriere.