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5. Februar 2018 Viessmann Sport

Juniorathlet des Monats | Januar | Sophia Schneider

Steckbrief
Familienname: Schneider
Vorname: Sophia
Geburtstag: 12.09.1997
Größe/Gewicht: 164 cm/54 kg
Verein: SV Oberteisendorf e.V.
Kader: C-Kader
Beruf: Zollwachtmeisterin
Trainer: Kristian Mehringer
Trainingsstützpunkt: Ruhpolding
Hobbys: Tennis, Skitouren

 

Sophia Schneider privat.

Sophia Schneider privat.

Sportliche Karriere
Sophia wächst in einer sportbegeisterten Familie im oberbayerischen Vachendorf auf. Die Eltern motivieren sie früh zum Sport. Sophias Begeisterung für den Wintersport beginnt, als sie mit zwei Jahren zum ersten Mal auf Alpin-Ski steht. Aber auch in der Loipe fühlt sie sich wohl. Fasziniert von den Biathlonbildern im TV tritt Sophia 2002 dem örtlichen Skiclub bei und beginnt dort neben dem Turnen bei ihrer Mutter, die dort Übungsleiterin ist, auch mit dem Langlauf. Wegen der Trainingsbedingungen wechselt sie 2007 den Verein. Ihren ersten größeren Wettkampferfolg feiert Sophia mit dem Staffelsieg bei den Bayerischen Schülermeisterschaften noch im Skilanglauf, bevor sie sich mit zwölf Jahren für den Wechsel zum Biathlon entscheidet.
Der Erfolg in der neuen Disziplin stellt sich schnell ein. Gute Ergebnisse in Bayern- und Deutschem Schülercup qualifizieren die Chiemgauerin 2013 für den DSV-Kader und für die Teilnahme an Deutschlandpokal und Deutschen Jugendmeisterschaften. Erste internationale Wettkampfluft schnuppert Sophia in der Wintersaison 2014/15. Bei der Jugend-Weltmeisterschaft im weißrussischen Raubitschy erzielt sie Top-10-Platzierungen, vom European Youth Olympic Festival (EYOF) kehrt sie sogar mit zwei Bronzemedaillen in der Verfolgung und mit der Mixed-Staffel zurück.
Nach dem Abitur 2016 schließt sich Sophia dem Zoll Ski Team an und legt damit endgültig den Hebel um in Richtung Profisport. Ihre erste Profi-Saison verläuft durchwachsen – bis zur Junioren-WM 2017 im slowakischen Brezno-Osrblie, wo sie zusammen mit der deutschen Staffel die Silbermedaille gewinnt und ihren bislang größten sportlichen Erfolg feiert.

 

Sportliche Erfolge

Deutsches Doppelpodium beim IBU Junior Cup in Ridnaun (ITA): Sophia Schneider (3.) und Sprint-Tagessiegerin Marina Sauter.

Deutsches Doppelpodium beim IBU Junior Cup in Ridnaun (ITA): Sophia Schneider (3.) und Sprint-Tagessiegerin Marina Sauter.

Jugend- und Junioren-Weltmeisterschaften
2017 2. Platz (Staffel), Brezno-Osrblie (SVK)
2017 9. Platz (Verfolgung)/ 11. Platz (Sprint), Brezno-Osrblie (SVK)

European Youth Olympic Festival
2015 3. Platz (Verfolgung), Vorarlberg/Liechtenstein
2015 3. Platz (Mixed-Staffel) Vorarlberg/Liechtenstein

IBU-Junior-Cup
2017/18
1. Platz (Sprint), Nove Mesto (CZE)
10. Platz (Sprint), Nove Mesto (CZE)
3. Platz (Sprint), Ridnaun (ITA)
1. Platz (Sprint), Obertillliach (AUT)
4. Platz (Sprint), Obertillliach (AUT)
Sprintwertung: 2. Platz
Gesamtwertung: 5. Platz

2016/17
10. Platz (Verfolgung), Hochfilzen (AUT)
11. Platz (Sprint), Hochfilzen (AUT)

2015/16
2. Platz (Sprint, Sprint), Obertilliach (ITA)

Deutschlandpokal

Auftakt beim IBU Junior Cup in Obertilliach (AUT): Sophia Schneider setzt sich als Sprintsiegerin durch.

Auftakt beim IBU Junior Cup in Obertilliach (AUT): Sophia Schneider setzt sich als Sprintsiegerin durch.

2017/18 – Juniorinnen
1. Platz (Sprint), Oberhof (GER)
1. Platz (Sprint), Hochfilzen (AUT)
1. Platz (Sprint). Notschrei (GER)

2016/17 – Juniorinnen
6. Platz (Verfolgung), Kaltenbrunn (GER)
9. Platz (Sprint), Kaltenbrunn (GER)
5. Platz (Sprint), Altenberg (GER)
3. Platz (Massenstart), Altenberg (GER)

2015/16 – Jugend
1. Platz (Verfolgung), Martell (ITA)
2. Platz (Sprint), Martell (ITA)

2014/15 – Jugend
4. Platz (Sprint), Oberhof (GER)
2. Platz (Sprint), Oberhof (GER)
1. Platz (Sprint, Verfolgung), Oberhof (GER)

Deutsche Meisterschaften
2017 3. Platz (Staffel), Ruhpolding (GER)
2017 5. Platz (Massenstart), Ruhpolding (GER)
2017 7. Platz (Langlauf), Ruhpolding (GER)

 

Interview
Wir-sind-winterfans.de: Nach Platz zehn in der ersten Sprintentscheidung beim IBU-Junior-Cup-Finale in Nove Mesto konntest du tags darauf deinen zweiten Saisonsieg feiern. Welche Erinnerungen hast du an das Wochenende in Tschechien Ende Januar?
Sophia Schneider: „Leider habe ich mir am ersten Tag drei Fehler im Liegendschießen erlaubt. Besonders ärgerlich daran: Die Fehlerquelle war eine Verlagerung. Auch wenn ich im stehenden Anschlag dann ohne Fehler durchgekommen bin, waren drei stehengelassene Scheiben dann einfach zu viel für mehr. Deshalb wollte ich es am nächsten Tag besser machen – vor allem im Liegendanschlag. Beim Anschießen, aber auch im Rennen selbst, habe ich mir besonders viel Zeit am Schießstand gelassen. Die Rechnung ist aufgegangen. Ich bin ohne Fehler durchgekommen und wusste, dass es ganz nach vorne reichen könnten. Auf der letzten Runde habe ich dann nochmal alles gegeben, damit ich das Bestmögliche raushole. Am Ende hat es zum Tagessieg gereicht.“

Welchen Stellenwert haben Erfolge im IBU Junior Cup für Athleten deiner Altersklasse?
Sophia Schneider: „Durch die Rennserie kann man sich besser einschätzen, wo man international steht. Gäbe es nur den Deutschlandpokal, könnte man sich im Winter nur mit den deutschen Athleten messen. Aber mit denen hat man im Sommer schon einen Vergleich und kann sich deshalb untereinander schon ganz gut einordnen. Wenn aber die Italiener und Franzosen dabei sind, weiß man dann auch, wie es im internationalen Vergleich um einen steht. Allerdings gibt es noch einmal einen Unterschied zum IBU Cup. Vom Leistungsniveau her ist das dann noch mal ein Sprung, weil dort auch etliche Weltcup-Athleten am Start stehen.“

Zwei Sprintsiege im IBU Junior Cup in dieser Saison, Platz zwei in der Sprint-Gesamtwertung der Serie sowie weitere Top-Ergebnisse im Deutschland Pokal. Scheinbar liegen dir die Sprints?
Sophia Schneider: „Die guten Ergebnisse in dieser Disziplin hängen natürlich auch damit zusammen, dass die meisten Wettkämpfe in unserer Altersklasse als Sprint ausgetragen werden. Aber es stimmt schon: Ich mag Sprintrennen eigentlich am liebsten. Beim Einzel muss man extrem gut Scheißergebnisse abliefern, um nach vorne zu kommen. Das ist nicht ganz so mein Ding. Beim Sprint dagegen kann man sich dann doch einmal einen Fehler erlauben, wenn man insgesamt gut läuft. Das liegt mir dann doch etwas besser.“

Mit welchen Zielen bist du in die in die Saison gestartet? Wie zufrieden bist du mit dem bisherigen Saisonverlauf?
Sophia Schneider: „Ich bin froh, dass ich mich in dieser Saison beim Schießen noch einmal verbessern konnte; beim Laufen war ich eigentlich schon immer ganz vorne mit dabei. Wenn beides zusammen passt, ist halt alles noch einmal einfacher. Selbstgesteckte Ziele waren, beim IBU-Junior-Cup vorne mitlaufen, und dass ich in der Serie ein paar Stockerlplätze mache. Wichtig war mir natürlich auch die JWM-Qualifikation. Bislang hat alles geklappt und ich bin vollauf zufrieden mit dem Saisonverlauf. Besonders freuen würde ich mich jetzt, wenn ich bei der JWM in Otepää noch eine Einzelmedaille holen könnte. Ich bin gespannt, was noch kommt.“

Nach dem letzten Winter sprachst du von einer „Saison mit Höhen und Tiefen“. Woran lag’s, und was hast du diesmal anders gemacht in der Saisonvorbereitung?
Sophia Schneider: „In der letzten Saison habe ich auch einige gute Rennen abgeliefert. Allerdings habe ich halt auch öfter mal ein oder zwei Fehler zu viel geschossen und mir dadurch bessere Ergebnisse verbaut. Eine Ausnahme war die JWM in Brezno – gerade weil ich dort letztes Jahr noch zu den jüngeren Jahrgängen gehört habe. Dort hat es dann auch mit dem Schießen ganz gut geklappt, und mit dem zweiten Platz in der Staffel ist unser Saison-Highlight dann sogar noch richtig versöhnlich ausgegangen. Hinzu kam, dass ich bis zum Saisonstart Probleme mit einer Verletzung an der Ferse hatte, dementsprechend eine Zeit lang gar nicht trainieren konnte und erst spät auf Schnee gekommen bin. Das alles hat dazu geführt, dass ich zum Saisonstart auch einige Rennen auslassen musste und mein Saisonstart insgesamt recht holprig verlaufen ist.“

Seit deinem Abitur 2016 gehörst du zum Zoll Ski Team und bist Profi-Sportlerin. Was hat sich für dich verändert und wie sieht dein jetzt Alltag aus?
Sophia Schneider: „Der größte Unterschied zur Schulzeit ist, dass meine Trainingsumfänge stark zugenommen haben. Ganz einfach deshalb, weil neben dem Unterricht die Zeit fürs Training begrenzt war. Inzwischen trainiere ich vor- und nachmittags. Am Anfang habe ich natürlich gemerkt, dass das eine große Umstellung ist. Ich war häufig erschöpft und müde. Inzwischen habe ich mich aber an die größere körperliche Belastung gewöhnt.“

Ende Februar geht es für euch zur Junioren-WM nach Otepää. Wie sieht deine Vorbereitung aus und welche persönlichen Ziele hast du dir für die WM gesteckt?
Sophia Schneider: „Es heißt ja immer so schön: “Wintersportler werden im Sommer gemacht“. Das trifft natürlich auch auf uns Biathleten zu. Wir richten unser Training deshalb schon im Sommer darauf aus, dass wir möglichst zum Saison-Höhepunkt topfit sind. Wie die Ergebnisse zeigen, ist die Rechnung für mich bislang auch aufgegangen. Kurz vor der JWM haben wir noch einmal einen gemeinsamen Trainingslehrgang, bei dem wir uns den letzten Feinschliff holen wollen. Ich denke damit sollten wir dann alle gut vorbereitet in die Wettkämpfe gehen. Mein großes Ziel ist eine Einzelmedaille, und ich denke, mit der Staffel haben wir auch ganz gute Chancen.“

Bei so viel Fokussierung auf die JWM: Bleibt da eigentlich noch die Zeit, um die Olympia-Entscheidungen am Fernseher mitzuverfolgen?
Sophia Schneider: „Auf jeden Fall. So ein Event lässt man sich nicht entgehen – irgendwie ist man dann ja doch Sportfanatiker. Wann immer die Zeit da ist, werde ich mir die Übertragungen aus Pyoengchang anschauen. Dass ich momentan durch eine leichte Grippe ohnehin ein wenig angeschlagen bin, passt da eigentlich ganz gut. Neben den olympischen Wettkämpfen der Biathleten interessieren mich vor allem die Entscheidungen im Ski Alpin, dem Langlauf und der Nordische Kombination.“

Ist die Saison nach der Junioren-Weltmeisterschaft für dich beendet?
Sophia Schneider: „Abhängig von der Ergebnissen in Otepää wollen uns die Trainer eventuell noch bei den letzten beiden IBU-Cup-Rennen in Russland einsetzen. Dort dabei zu sein, wäre natürlich etwas Besonderes. Daneben gibt es auch noch ein paar andere Termine wie den Alpencup in Pokljuka oder Volksläufe wie der Skadi Loppet. Die Teilnahme daran haben uns die Trainer aber freigestellt. Ich gehe davon aus, dass ich noch das ein oder andere Rennen mitlaufen werde – schließlich trainiert man ja das ganze Jahr für die Wettkämpfe im Winter. Letztlich möchte ich mir die Starts aber offen halten und mich kurzfristig entscheiden.

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg für die anstehenden Aufgaben.

Fotos: privat/Deutscher Skiverband