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20. Februar 2019 Viessmann Sport

Nordische Ski WM: Kombinierer und Sprungteams wollen glänzen

29.01.2016, Seefeld, Austria (AUT): Casino Arena in Seefeld - FIS world cup nordic combined, individual gundersen HS109/5km, Seefeld (AUT). www.nordicfocus.com. © Modica/NordicFocus. Every downloaded picture is fee-liable.

Mit der Eröffnungsfeier am frühen Mittwochabend starten die Nordischen Ski Weltmeisterschaften im österreichischen Seefeld. Obwohl die Ziele im deutschen Team in Tirol hochgesteckt sind und die WM-Premiere des Frauen-Team-Wettbewerbs neue Medaillenchancen bieten: die Bilanz der „Lahti-Festspiele“ von vor zwei Jahren dürfte schwer zu wiederholen sein.

Weinbuch setzt auf spezielles Sprungtraining in der Vorbereitung

Fabian Rießle in Tronndheim (NOR).

Die letzten Wochen vor dem Start der Nordischen Skiweltmeisterschaft glichen bei den Nordischen Kombinierern einem großen Versteckspiel. Spätestens seit dem Weltcup in Klingenthal verabschiedeten sich einzelne Nationen von den Wettbewerben, mal fehlten die Japaner, dann die stärksten Norweger und auch die Deutschen machten da keine Ausnahme; sie glänzten im finnischen Lahti durch Abwesenheit ihrer Besten.
Bundestrainer Hermann Weinbuch hatte stattdessen ein intensives Training angesetzt, um speziell im Skispringen wieder ein Niveau zu erreichen, dass seine Schützlinge konkurrenzfähig machen soll im Kampf um Gold. Denn gerade die Nordischen Kombinierer des DSV gelten als Medaillenbank bei der WM und haben zudem eine fast nicht erreichbare Vorgabe von den Titelkämpfen 2017 aus Lahti im Gepäck. In Finnland gewann Deutschland vor zwei Jahren alle Titel, Johannes Rydzek wurde der König der Spiele, heimste vier Mal Gold ein. Das wird in diesem Winter schwer zu wiederholen sein, denn die Konkurrenz ist stärker geworden. Inzwischen gilt der Norweger Jarl Magnus Riiber als Gold-Kandidat Nummer eins. Riiber steht schon als Gesamtweltcupsieger fest und dominierte bisher die Saison. Aber das DSV-Gold-Quartett von Pyeongchang mit Rydzek, Vinzent Geiger, Fabian Rießle und Eric Frenzel ist durchaus in der Lage, beim Jahreshöhepunkt den Konter zu setzen – wenn die Sprungform stimmt.

 

Deutsche Skisprung-Damen als Mitfavoriten in Seefeld

Springt auch beim Heimweltcup vor der WM auf das Podest: Katharina Althaus in Oberstdorf (GER).

Sechs Goldmedaillen gewannen die Deutschen vor 24 Monaten in Lahti. Neben den vier Siegen bei den Kombinierern gab es durch Carina Vogt und das Mixed-Team auch zwei Erfolge auf der Schanze. Vogt – ungeschlagen in Lahti wie auch bei den Welttitelkämpfen 2015 im schwedischen Falun – ist wieder mit am Start und zählt ob ihrer Stärke, immer dann topfit zu sein, wenn die Jahreshöhepunkte auf dem Programm stehen, zum erweiterten Favoritenkreis. Ganz heiße Anwärterinnen auf die Podestplätze sind allerdings zwei andere Deutsche, die in diesem Winter schon mehrfach das Podium erklimmen konnten: Katharina Althaus und Juliane Seyfarth. Im Einzelwettbewerb der Damen aber lautet die Frage: Wer kann Olympiasiegerin Maren Lundby aus Norwegen gefährlich werden. Im Mixed-Team-Wettbewerb sind die Titelverteidiger ebenfalls ein heißes Eisen auf dem Platz an der Sonne und der kurz vor der WM doch noch ins Programm aufgenommene Mannschaftswettbewerb bei den Skispringerinnen könnte sich für die Deutschen als unverhoffte zusätzliche Goldchance herausstellen. Denn keine andere Skisprungmannschaft bei den Frauen trat in diesem Winter mannschaftlich so stark auf, wie die Damen von Bundestrainer Andreas Bauer.

 

Schuster hofft auf mehr Konstanz im Team

Selbstvertrauen-Tanken vor der WM: In Willingen (GER) müssen sich die DSV-Adler nur dem polnischen Team geschlagen geben.

Über mannschaftliche Stärke kann sich auch Bauers Pendant bei den Herren, Werner Schuster, nicht beklagen. Mit zwei zweiten Plätzen zuletzt in Lahti und beim Heim-Weltcup in Willingen erreichten Schusters Schützlinge sogar mehr, als ihnen der Trainer vorab zugetraut hatte. Denn insgesamt mangelte es ausgerechnet bei seinen bisherigen Vorzeigeadlern an Stabilität und Konstanz. Olympiasieger Andreas Wellinger ist eigentlich seit Saisonbeginn auf Formsuche. Richard Freitag haderte ebenfalls, dazu brach im Dezember eine alte Verletzung wieder auf. Doch der sensible Sachse könnte gerade noch rechtzeitig wieder in Top-Form kommen, die Spitzenresultate am letzten Weltcupwochenende in Willingen jedenfalls machen Hoffnung auf mehr. Andere DSV-Adler sind dagegen in diesem Winter aus dem Schatten der großen Namen hervorgetreten. Markus Eisenbichler beispielsweise, Karl Geiger, der schon zwei Weltcups zu seinen Gunsten entscheiden konnte und Stephan Leyhe. Klar ist aber auch: Das Feld der Favoriten ist groß reicht von Titelverteidiger Stefan Kraft über Olympiasieger Kamil Stoch bis zum Tourneehelden Ryoyu Kobayashi.

 

Neuer Optimismus bei den DSV-Langläufern, Medaillenchancen gering

Erwartet keine Wunderdinge bei der WM: Bundestrainer Peter Schlickenrieder in Toblach, Italy (ITA).

Deutschlands Langläuferinnen und Langläufer versuchen seit Olympiabronze für das Damenquartett in Sotschi 2014 vergeblich, bei Großereignissen einen Platz auf dem Podest zu erklimmen. Der letzte WM-Titel durch Axel Teichmann liegt sogar schon zwölf Jahre zurück. Zwei vierte Plätze im Teamsprint in Falun stehen als beste Platzierungen zu Buche, in Lahti reichte es ebenfalls nur zu ein paar Top-10-Platzierungen. Und es schien lange so, als solle auch für die Titelkämpfe in Seefeld gelten: Medaillen für den DSV sind praktisch ausgeschlossen. Bis am letzten Wochenende vor der WM ausgerechnet bei Sprinterin Sandra Ringwald der Knoten platzte: Die Schwarzwälderin erreichte ihre erste Weltcup-Podestplatzierung, wurde Zweite im Sprint im italienischen Cogne. Bundestrainer Peter Schlickenrieder ist dennoch nur gebremst optimistisch, erwartet „keine Wunderdinge“ und hofft vielmehr darauf, „dass die Mannschaft in ihrer Entwicklung insgesamt Schritt für Schritt nach vorn kommt.“ Schlickenrieder weiß, wovon er redet, er selbst hatte einst auch für eine positive Überraschung gesorgt, als der bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City zu Silber sprintete. Warum sollte das einem seiner Schützlinge nicht auch in Tirol gelingen. Die Langläuferinnen und Langläufer in die Medaillenkalkulation einzubeziehen, wäre dennoch unangemessen.

Für Edelmetall sind in erster Linie die Vertreter der skispringenden Fraktion und die Kombinierer zuständig. Ob es – wie in Lahti – zu sechs Titeln und insgesamt elf Plaketten reicht, kann nicht vorhergesagt werden. Aber dass die Deutschen bei der Weltmeisterschaft wieder einige gute Rolle spielen werden, davon ist mit Sicherheit auszugehen.

Fotos: Volk, Modica/NordicFocus