Kontakt | Viessmann.com | Heizung.de

News nach Sportart: Biathlon

Das Team als Star

22.02.2020, Antholz, Italy (ITA): Benedikt Doll (GER), Arnd Peiffer (GER), Philipp Horn (GER), Erik Lesser (GER), (l-r) - IBU World Championships Biathlon, relay men, Antholz (ITA). www.nordicfocus.com. © Modica/NordicFocus. Every downloaded picture is fee-liable.

Deutsche Biathleten überzeugten in Antholz als Mannschaft

Denise Herrmann war es vorbehalten, den Bann zu brechen. Denn nach einer Saison voller Hochs und Tiefs schaffte die Sächsin als erste Deutsche den Durchbruch bei der WM, schoss und rannte zur Silbermedaille und sorgte für Erleichterung bei der ganzen Mannschaft. Überhaupt: Die Mannschaft! Selten sah man eine so homogene und füreinander einstehende Truppe in schwarz-rot-gold, wie in den WM-Tagen in Italien. Die setzte das um, was Trainer und sportliche Leitung vorgegeben hatten. Man konzentrierte sich auf die Teamwettbewerbe und suchte besonders da den Erfolg. Das klappte, drei der fünf Medaillen wurden durch Mannschaften erreicht. Und gerade in den Staffeln zeigte sich die Stärke der DSV-Athletinnen und Athleten. Beispiel Frauen: Bei Startläuferin Karolin Horchler war die Nervosität spürbar, sie leistete sich Schießfehler, die man von der Hessin normalerweise nicht kennt, Deutschland übergab deshalb nach der ersten Starterin einigermaßen weit zurückliegend, holte in den folgenden Runden aber Platz um Platz auf und konnte durch Schlussläuferin Denise Herrmann Silber sichern. Eine Medaille, mit der vor der WM nicht unbedingt zu rechnen war. Die Damen lagen sich dank des Steigerungslaufs überglücklich in den Armen. Bei den Herren der Schöpfung freute man sich etwas verhaltener über Bronze. Denn dort verlief das Rennen anders. Das DSV-Quartett war von Beginn an mittendrin in der Spitzengruppe, hatte durch Philipp Horn sogar an Position eins übergeben, eine Situation, die Arnd Peiffer sogar noch ein wenig ausbauen konnte. Schlussläufer Benedikt Doll kämpfte, machte in seiner „Wackeldisziplin“, dem Liegendschießen alles richtig, doch im stehenden Anschlag flatterten die Nerven, Doll musste in die Runde, verlor den Kampf um Gold und musste sich in der Schlussrunde im  direkten Duell mit Überflieger Johannes Tignes Boe auch im Kampf um Silber geschlagen geben. Doch die Mannschaft fing den unglücklichen Schlussläufer auf, spendete Trost und am Ende freute sich das Quartett über die Podestplatzierung. Und bei der Siegerehrung am Abend strahlten beide Teams auf dem Siegertreppchen. Wobei man – und auch das spricht für den Charakter der Mannschaft – die Lokalität bereits gut kannte, denn auch in den Tagen zuvor war das gesamte Team erschienen, wenn es deutsche Medaillen zu feiern gab. Sicherlich – es gab schon Weltmeisterschaften mit einer höheren Medaillenausbeute aus deutscher Sicht. Aber die WM-Tage von Antholz zeigten, dass die Weltspitze immer enger zusammenrückt, mehr und mehr Nationen geschlossen oder mit Einzelkönnern um Titel und vordere Plätze streiten. In einer solchen Gemengelage als Mannschaft aufzutreten, ist da Gold wert. Oder eben vier Mal Silber und einmal Bronze, so wie in diesem Winter bei der WM in Antholz.

Highlights in der Höhe

17.03.2019, Oestersund, Sweden (SWE): Denise Herrmann (GER) - IBU world championships biathlon, medals, Oestersund (SWE). www.nordicfocus.com. © Manzoni/NordicFocus. Every downloaded picture is fee-liable.

Das Biathlon-Mekka Antholz in Südtirol erwartet die Weltelite zur WM

Das wird ein Fest! So oder so ähnlich klangen alle Kommentare, als feststand, dass das Biathlon-Mekka Antholz die Welttitelkämpfe ausrichten wird. Wieder einmal, insgesamt ist es die sechste Auflage von Weltmeisterschaften, für die sich die Südtiroler verantwortlich zeigen. Seit 1969 hat man in der Gemeinde Rasen-Antholz ein Biathlon-Stadion. Die WM feierte 1975 Premiere in Italien. Der Weltcup macht seit 1996 jährlich in der Alpengemeinde Station, mit Ausnahme der WM-Jahre versteht sich.

Und es gibt noch eine weitere Besonderheit: Das Stadion und die Strecken befinden sich ca. 1.600 Meter über Meereshöhe – für Sportlerinnen und Sportler eine zusätzliche Herausforderung in ihrer ohnehin herausfordernden Sportart.

In diesem Jahr empfängt Südtirol seine Gäste wieder mit ein paar Besonderheiten. Zum einen hat man an der Infrastruktur im Stadion noch einmal heftig gewerkelt, eine neue Tribüne, ein Bereich mit Stellplätzen für Funk und Fernseh-Übertragungswagen, eine verbreiterte Zufahrt zur Arena; das alles wurde nach dem Generalumbau 2006 in die ohnehin moderne Arena investiert. Und – Antholz empfängt die WM als Olympia-Gastgeber. Denn mit dem Zuschlag für die Spiele 2026 in Mailand rückt auch der Wintersportort auf der Alpensüdseite in den olympischen Focus – als Austragungsort der Biathlon-Wettkämpfe.

 

Auch aus deutscher Sicht ist das Biathlon-Zentrum am Fuße des Staller Sattels ein besonderer Ort. Hier feierten die DSV-Stars große Erfolge. Uschi Disl und Sven Fischer zählten 1995 zu den Medaillenhamstern, 2007 gab es gleich fünf Mal Gold, dazu je drei Silber- und drei Bronzemedaillen. Magdalena Neuner, Andrea Henkel oder auch wieder Sven Fischer, es war ein triumphaler Siegeszug der Deutschen. Mit einem ähnlich durchschlagenden Erfolg wird in diesem Winter wohl nicht zu rechnen sein. Doch mit Titelverteidigerin Denise Herrmann, mit OIympiasieger Arnd Peiffer und Benedikt Doll sind aussichtsreiche Kandidatinnen und Kandidaten auf vordere Plätze in Südtirol angereist. Und mit der nötigen Tagesform und ein wenig Glück sind auch Podestplätze oder gar der eine oder andere Titel drin.

 

Begleitet wird der deutsche Tross von vielen tausend Fans. Denn auch das gilt für Antholz in besonderer Weise: Heimspiele waren die Wettkämpfe in Südtirol für deutsche Starter immer. Egal ob WM oder Weltcuprennen, die Fans in schwarz-rot-gold bevölkern Stadion und Strecke. Und weil in den meisten Fällen das Wetter auf der Alpensüdseite immer mitspielt, kulinarische Köstlichkeiten, guter Wein und eine imposante Naturkulisse für wunderbare Bilder und noch bessere Stimmung sorgen, sind sich vor dem Auftakt der Weltmeisterschaft 2020 alle in einem Punkt einig: Das wird ein Fest!

Herrmann, Kühn und Peiffer schaffen‘s auf‘s Podest

11.01.2020, Oberhof, Germany (GER): Arnd Peiffer (GER), Johannes Kuehn (GER), (l-r) - IBU world cup biathlon, relay men, Oberhof (GER). www.nordicfocus.com. © Manzoni/NordicFocus. Every downloaded picture is fee-liable.

Erfolgreiches Wochenende in Oberhof – Ruhpolding freut sich auf Weltcup

Denise Herrmann, Johannes Kühn, Arnd Peiffer und Philipp Horn – sie gehörten zu den prägenden Figuren beim Weltcup der Biathleten in Oberhof. Für den galt: Bettenkapazitäten ausgebucht, fast alle Tickets verkauft und – nicht nur für die Oberhofer Gastgeber besonders wichtig – auch sportlich wurde aus deutscher Sicht wieder Morgenluft geschnuppert! Oberhof war deshalb (wieder einmal) ein Erfolg. Für Hoteliers, Fans, Bratwurstverkäufer und für das DSV-Team. 3.500 Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in und rund um Oberhof und Thüringens Hotel- und Gaststättenverband verkündete stolz, trotz des gar nicht winterlichen Wetters hätte es keine Stornierungen gegeben. Das Organisationskomitee freute sich über insgesamt rund 60.000 Besucher an den vier Wettkampftagen und nicht nur die Fans jubelten über vier Podestplätze für die Deutschen. Denn damit zeigten die heimischen Skijäger, dass sie wieder mittendrin sind, in der Weltelite.

Denise Herrmann und Johannes Kühn sorgten für Jubel in den Sprintentscheidungen, die Männer Staffel und Arnd Peiffer im Massenstart garantierten, dass keiner der Wettkampftage ohne eine Top-Drei-Platzierung aus deutscher Sicht verging. Wobei Peiffers Auftritt schon einer kleinen Sensation glich, der Olympiasieger aus dem Harz lief praktisch direkt vom Krankenbett aus hinein in die Weltspitze, war zu Wochenbeginn noch beim Arzt, am Wochenende dann auf dem Podium. Und dann gab es ja noch Philipp Horn. Der Frankenhainer ist so etwas wie ein Spätstarter. Schon 26 Jahre alt schaffte er erst im letzten Winter den endgültigen Durchbruch in den A-Kader, den dauerhaften Durchbruch in die Weltspitze vollzieht er in dieser Saison. Rang 3 mit der Staffel im Heimrennen in Thüringen, dazu der sechste Platz und damit die beste Weltcup-Einzelplatzierung beim Massenstart am Sonntag; trotz Regens strahlte Horn über das ganze Gesicht. Die gute Laune will er sich erhalten, wenn es jetzt in Ruhpolding weitergeht. Dort werden die Teams neu gemischt, weil es in Oberhof eben nicht nur Sieger, sondern auch Verlierer gab.

Zu den Jungs, die neu im Weltcupkader stehen, gehören im Chiemgau auch Roman Rees und Philipp Nawrath, die sich über den IBU-Cup für das A-Team empfehlen konnten. Wobei Nawrath vielen Fernsehzuschauern bekannt vorkommen wird. Als Partner von Laura Dahlmeier trat der Polizist aus Nesselwang zuletzt beim Abschiedsrennen der Ausnahmeathletin beim „Biathlon auf Schalke“ in Erscheinung, lieferte dabei ein ordentliches Rennen, obwohl er erst am Abend vor der Veranstaltung erfahren hatte, dass er in Gelsenkirchen starten soll. Der 27-Jährige verfügt übrigens schon über Weltcup-Erfahrung, in Oslo wurde Nawrath im letzten Winter Neunter im Massenstartrennen. Und Deutscher Meister ist der Bayer auch schon – im Langlauf.

Ansonsten gilt für Ruhpolding das, was auch für Oberhof galt: Die rund 3.000 Fremdenzimmer der 7.000 Einwohner zählenden Gemeinde sind voll, Tickets für die Wettkämpfe wurden ausreichend verkauft und natürlich hoffen die Gastgeber auch beim zweiten Weltcup auf deutschem Boden, dass die vielen Biathlonfans mit erfolgreichen deutschen Sportlerinnen und Sportlern mitfeiern dürfen. Im Unterschied zum Oberhof-Wochenende sind die Schneesorgen in Ruhpolding allerdings nicht so extrem – man konnte auf Reserven aus dem letzten Winter zurückgreifen. Jetzt muss eigentlich nur noch das Wetter mitspielen und die sportliche Leistung stimmen, dann wird auch die Auflage 2020 wieder eine Erfolgsgeschichte.