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News nach Sportart: Leyhe

Winter mit Hindernissen

08.02.2020 Willingen, Germany (GER): Stephan Leyhe (GER) - FIS world cup ski jumping, individual HS145, Willingen (GER). www.nordicfocus.com. © Thibaut/NordicFocus. Every downloaded picture is fee-liable.

Viele Spitzenresultate, aber auch ein paar Misserfolge

Die Qualifikation der Skispringer in Trondheim war ein trauriger Endpunkt einer ungewöhnlichen Saison. #Stefan Leyhe, einer der Erfolgsgaranten im deutschen Team, stürzte, riss sich das Kreuzband und wird monatelang ausfallen. Schlimmer hätte die Saison für Leyhe nicht enden können, eine, die für den Hessen bis zu diesem unglücklichen Finale glänzend verlaufen war.

Heimsieg in Willingen, fest etabliert in der Weltspitze und eine feste Größe im Team – Leyhe weiß – Verletzung hin oder her – er kann ganz vorn dabei sein, wenn die Form stimmt. Andere hatten da mehr Schwierigkeiten in diesem Winter. #Richard Freitag beispielsweise kam gar nicht in die Gänge, auch Weltmeister #Markus Eisenbichler lief gesundheitlich gehandicapt seiner WM-Form weitestgehend hinterher. Wie gut, dass es Youngstar #Constantin Schmid gelang, mit seiner Performance dazu beizutragen, dass die deutschen Adler am Ende einer verkürzten Saison in der Nationenwertung die Nase vorn hatten.

Wie eng die Spanne zwischen Erfolg und Misserfolg ist, wie gering der Abstand zwischen „Himmelhoch jauchzend“ und „zu Tode betrübt“, auch das hat die Saison gezeigt. Schmid und Leyhe auf der einen Seite, Freitag und Eisenbichler auf der anderen – oder im Biathlon: #Denise Herrmann und #Franziska Hildebrand.

Die Biathletinnen erlebten ihr Waterloo zu Saisonbeginn. In der Loipe (noch) nicht konkurrenzfähig, am Schießstand fehlerhaft, man musste im Jahr Eins nach #Laura Dahlmeier in den Resultatlisten blättern, ehe Namen mit dem Zusatz GER auftauchten. Doch insbesondere Denise Herrmann wusste sich zu steigern, nach dem Jahreswechsel blühte die Sächsin auf, gewann Medaillen bei der WM und sicherte sich im Weltcup Gesamtrang drei und die kleine Kristallkugel als Sprintbeste.

Federn lassen mussten auch die Kombinierer. #Johannes Rydzek litt den gesamten Winter über an den Nachwehen seines Trainingsausfalls vom Spätsommer, #Eric Frenzel war ebenso wie #Fabian Riessle nur punktuell in der Lage, dem Überflieger der Saison, Jarl Magnus Riiber, Paroli zu bieten. Das Schicksal allerdings teilten die Deutschen mit der gesamten Konkurrenz. Auch im Skispringen der Frauen hatten es die DSV-Athletinnen in diesem Winter nicht leicht, #Katharina Althaus beispielsweise, im Vorjahr noch Zweite im Gesamtweltcup, fand nicht zu der Form, die sie im Jahr zuvor noch ausgezeichnet hatte. Das muss man zur Kenntnis nehmen und die richtigen Schlüsse ziehen.

Denn der kommende Winter wird ein wirklich wichtiger, mit den Weltmeisterschaften daheim in Oberstdorf.

In Summe klingt das vielleicht nach einer Pleiten-Pech-und-Pannen-Saison. Doch der Eindruck täuscht. Denn als Team sind die Deutschen weiterhin vorn dabei, mischen mit in der Weltspitze, sind konkurrenzfähig beim Kampf um Titel, Medaillen und Spitzenplätze.

Kurz und gut: Es gab möglicherweise schon erfolgreichere Winter, als den gerade zu Ende gegangenen. Der insgesamt etwas zu kurz und etwas zu warm geratene Auftritt 2019/20 macht aber schon deshalb Hoffnung auf mehr, weil viele Verletzte zurückkommen werden und diejenigen, die diesmal nicht so erfolgreich waren, zurückfinden können zu alter Stärke.

Höhenflüge und Anschlussleistungen

28.12.2019, Oberstdorf, Germany (GER): Stephan  Leyhe (GER) - FIS world cup ski jumping, four hills tournament, Qualification , Oberstdorf (GER). www.nordicfocus.com. © Tumashov/NordicFocus. Every downloaded picture is fee-liable.

Deutschlands Skiadler ziehen Tournee-Bilanz

Natürlich stand diese Vierschanzentournee aus deutscher Sicht unter dem Eindruck des bis zum letzten Flug dauernden Versuches von, Karl Geiger, als erster Deutscher nach Sven Hannawald 2002 wieder einmal ganz oben zu stehen, auf dem Siegerpodest des wohl wichtigsten Skisprungereignisses der Saison. Aber im Schatten des Oberstdorfers etablierten sich andere DSV-Springer in den vorderen Spalten der Ergebnisliste. Stefan Leyhe beispielsweise, der im Vorjahr ja sensationell Gesamtdritter der Tournee geworden war und in diesem Winter ein paar Probleme hatte, an die Leistungen der WM-Saison anzuknüpfen, zeigte bei den vier Springen zwischen Oberstdorf und Bischofshofen, dass er wieder mitten drin ist, in der Weltspitze. Leyhe schaffte es erneut in die Top-Ten der Gesamtwertung, für den Hessen ein Beweis ansteigender Form und eine schöne Bestätigung gewachsener Kontinuität.

Oder Constantin Schmid: Das Talent aus Oberaudorf, dessen Stern bei der Tournee 2018/19 erstmals zu leuchten begann, freute sich 12 Monate später über einen Schanzenvierkampf, den der 20-Jährige als Steigerungslauf absolvierte, am Ende reichte es zu Platz 16 im Gesamtklassement. Besonders auffällig bei Schmid: In Einzelsprüngen ist er schon absolut top – würden die Leistungen der vier Qualifikationsspringen zu einer Gesamtwertung addiert, hätte der Bayer noch ein Stückchen weiter vorn gelegen. Klar ist aber auch: Zwei siebte Plätze in diesem Winter im Wettkampf sollen noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. Das gilt auch für den Vorjahreszweiten der Tournee, Markus Eisenbichler. Der kämpfte ja – geplagt von verschiedenen Verletzungen – seit Saisonbeginn darum, wieder zu alter Stärke zurückzufinden. Und Eisenbichler schaffte es bei der Tournee zumindest, mit Einzelsprüngen zu zeigen, dass mit ihm im weiteren Saisonverlauf gerechnet werden darf. Vor allem, weil die richtig großen Schanzen – seine Leidenschaft – noch auf die Springer warten.

Das große Fragezeichen blieb leider hinter Richard Freitag stehen. Mit Absprungproblemen, die sich seit Saisonbeginn eher verschlechterten als verbesserten, reiste Freitag zur Tournee an, verpasste die Qualifikation zum Auftaktwettbewerb und reiste nach Rücksprache mit Bundestrainer Stefan Horngacher wieder nach Hause. Eine folgerichtige Entscheidung! Freitag soll nun erst einmal ein wenig Abstand gewinnen und dann versuchen, den Fehler auszumerzen und die Form neu aufzubauen. Ein Abschied von den Schanzen aber ist der Rückzug von der Tournee für Freitag nicht. Im Gegensatz zu Walter Hofer, der seine letzte Tournee als FIS-Renndirektor erlebte.

Fazit: Es war eine spannende Tournee, wie immer mit Siegern und Verlierern. Aus deutscher Sicht schnitt man nicht ganz so gut ab, wie im Vorjahr. Aber allein die Spannung, die bis zum Schluss herrschte, ließ die Veranstaltung wieder zum Publikumsmagneten werden. Bundestrainer Stefan Horngacher kann mit Rang 3 im Gesamtklassement bei seiner Tourneepremiere als verantwortlicher Bundestrainer durchaus zufrieden sein.