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News nach Sportart: Saison 2019

Tournee ohne Favoriten

29.12.2018, Oberstdorf, Germany (GER): Markus Eisenbichler (GER) - FIS world cup ski jumping, four hills tournament, qualification, Oberstdorf (GER). www.nordicfocus.com. © Rauschendorfer/NordicFocus. Every downloaded picture is fee-liable.

Karl Geiger trägt die deutschen Hoffnungen auf eine gute Gesamtplatzierung

Der „Karle“ soll, geht es nach den deutschen Fans, die erste Geige spielen, bei der 68. Auflage der Vierschanzentournee. Kein vermessener Wunsch, kommt der Oberstdorfer Karl Geiger nach sieben ausgetragenen Weltcups (Kuusamo fiel dem Wind zum Opfer) als Dritter im Gesamtklassement an die Schattenbergschanze. In jedem der bisher ausgetragenen Wettbewerbe war landete der 26jährige unter den besten Sieben – das nennt man wohl Konstanz.

Tournee-Favoriten aus fünf Nationen
Dieses Wort scheint in diesem Winter aber eher auf dem Index zu stehen. Sieben Wettkämpfe sahen fünf Sieger, nur der Norweger Daniel Andre Tande zu Beginn und Vorjahres-Tourneesieger Ryoyu Kobayashi konnten zwei Mal vom obersten Treppchen winken, Geiger wartet übrigens noch auf dieses Ergebnis. Die anderen Sieger hören mit Ausnahme des Japaners Yukhia Sato, der in Nizhny Tagil überraschen konnte, ebenfalls auf klangvolle Namen – denn es gewannen Kamil Stoch aus Polen und der Österreicher Stefan Kraft.  Womit viele Favoritennamen schon genannt worden sind – Peter Prevc sollte man in der Aufzählung nicht vergessen oder den Polen David Kubacki.

Eisenbichler und Freitag auf Formsuche
Markus Eisenbichler zu den Tourneefavoriten zu zählen, dazu ist im Moment eine gehörige Portion Optimismus notwendig. Der Vorjahreszweite und dreifache Weltmeister von Seefeld sucht – auch bedingt durch Verletzungen unmittelbar vor Saisonstart – noch immer seine Form. Eisenbichler lieferte schon den einen oder anderen sehr ordentlichen Versuch ab, was fehlt, ist eben die Konstanz. Noch schlimmer geht es im Moment Richard Freitag, der vor zwei Jahren zwischen Oberstdorf und Innsbruck um den Sieg mitsprang, ehe ihn am Bergisl ein Sturz aus allen Träumen riss. Der Sachse hopste vor Weihnachten hinterher, kennt aber den Fehler und hofft, gemeinsam mit dem Trainerteam bis zum Tourneestart auf Besserung.

DSV-Team im Aufwärtstrend
Aus deutscher Sicht überrascht Routinier Pius Paschke positiv, auch bei Teamweltmeister Stephan Leyhe zeigt die Formkurve nach oben und Youngstar Constantin Schmid will in diesem Winter an seine überraschende Tourneeleistung der Vorsaison anknüpfen. Allein, die Stabilität lies eben bisher zu wünschen übrig. So scheint eine Tournee ins Haus zu stehen, in der es keine klaren Favoriten gibt, viele Nationen noch nicht so richtig wissen, auf welche Stars sie bauen können oder ein bis dahin weitestgehend Unbekannter für eine Überraschung sorgt. Fest steht wohl nur eines: Wer bei der 68. Auflage der Tournee einen Vierfach-Triumph voraussagt, der kann viel Geld gewinnen. Denn dazu braucht es in allererster Linie eines: Konstanz!

 

Zwischen Richard dem Großen und Freitag dem Dreizehnten

22.12.2019, Engelberg, Switzerland (SUI): Richard Freitag (GER) - FIS world cup ski jumping, individual HS140, Engelberg (SUI). www.nordicfocus.com. © Reichert/NordicFocus. Every downloaded picture is fee-liable.

Skispringer Richard Freitag vor Beginn der Tournee auf Formsuche

Richard Freitag ist ein eher rationaler Typ. Orkanartige Jubelausbrüche sind ihm fremd. Freitag genießt Erfolge eher verhalten und dass der 28-Jährige nach Siegen vor Heiserkeit keinen Mucks mehr sagen konnte, gehört ins Reich der Fabel. Nach Niederlagen wirkt Richard ebenfalls eher nüchtern und beherrscht. So wie in Klingenthal im Dezember, als er den Finaldurchgang im Einzelspringen verpasste, aber – ganz Profi – dennoch Autogramme schreibend stehen blieb, als die Fans nach ihm verlangten. Und dennoch, in Richard Freitag brodelte es.

„Ausgerechnet beim Heimweltcup so zu scheitern ist…!“ Und da war es plötzlich, das böse Wort mit SCH…! Es sah fast so aus, als hätte sich der gebürtige Erlabrunner über sich selbst erschrocken, denn im selben Atemzug entschuldigte sich der Schnauzbartträger für seinen verbalen Ausbruch. Dabei kann man den Mann aus dem Erzgebirge, der sich selbst als „Kopfmensch“ beschreibt, durchaus verstehen. Denn irgendwie klebt Freitag mal wieder die Seuche am Ski in diesem Winter.

Gute Vorbereitung – unbefriedigender Weltcup-Auftakt
Dabei hatte alles gut begonnen, im letzten Trainingscamp vor dem Weltcupauftakt stimmte die Form, in Zakopane war „Rich“, so Freitags Spitzname, vorn dabei. Aber pünktlich zum Saisonstart lief es bestenfalls mäßig, später schlechter. Ob in Kuusamo oder in Nizhni Tagil, die gewohnte Sicherheit wollte sich nicht einstellen. Und der Tiefpunkt folgte dann ausgerechnet vor seinem Heimpublikum, ein Finale ohne Freitag, das klingt, als sei Freitag der Dreizehnte in diesem Winter auf einen Sonntag gefallen. Dabei ist der schmächtige Erzgebirger alles andere als abergläubisch, konnte im Zielbereich seine Fehler sogar klar benennen. „Ich springe im Moment zu sehr auf einem Fuß ab, da kommt man schief raus, der Druck fehlt und entsprechend mickrig ist die Weite“, so das Fazit nach dem Hopser in Durchgang eins.

Minimaler Fehler – große Auswirkung
„Eigentlich kein großes Problem, nur muss man den Fehler erst wieder rausbekommen, aus dem eigenen System.“ Was schwierig ist, denn eingedenk der frühlingshaften Bedingungen in Mitteleuropa wimmelt es derzeit nicht gerade vor Schanzen, auf die man zum Training ausweichen könnte. Also blieb Freitag im Weltcup, mit dem Effekt, dass die Schwierigkeiten in Engelberg auch nicht dazu beitrugen, aus dem Formtief herauszukommen. Wieder war nach den ersten Versuchen Feierabend. Und das führt wiederum dazu, dass Richard, der bei der Tournee schon ein ganz Großer war, in diesem Winter mit mehr Frage- als Ausrufezeichen die Reise nach Oberstdorf antreten wird.

Rückblende und Erfolge
Anders als noch vor ein paar Jahren. Da passte die Frühform, Freitag galt als Tourneefavorit, kämpfte gegen den Polen Kamil Stoch um den Gesamtsieg, ehe in Innsbruck ein Sturz seinen Träumen ein jähes Ende setzte. Die folgende Verletzungspause meisterte Freitag mit Bravour, stieg bei der Skiflug-WM zu neuen Höhen auf und kam auch von den Olympischen Spielen medaillendekoriert nach Hause – Richard, der Große eben. Das Auf und Ab prägt seine Laufbahn, große Erfolge wechseln sich mit bitteren Niederlagen ab.

Kein Erwartungsdruck zur Tournee
Aber Freitag wäre nicht Freitag, wenn er nicht versuchen würde, auch die aktuell schwierige Situation zu meistern. „Viel fehlt eigentlich nicht“, zeigte sich der für Nickelhütte Aue startende Gesamtweltcupzweite der Saison 2017/18 optimistisch. Es wäre nicht das erste Mal. Und für die anderen DSV-Adler sicherlich ein Signal. Denn in diesem Winter haben – mit Ausnahme des Oberstdorfers Karl Geiger – auch die anderen Arrivierten, allen voran Markus Eisenbichler, ihre liebe Mühe und Not, Vierschanzentourneeform zu erreichen. Mit seinen 28 Jahren ist Freitag aber routiniert genug, nicht schon vor dem Tourneestart die Flinte ins Korn zu werfen und außerdem ein viel zu rationaler Typ, um vor dem ersten Training auf der Schattenbergschanze zu resignieren. Aber nervös – so gesteht er – nervös sei er schon.

 

 

Auftritt der Superstars in der Schnee-Manege

13.03.2019, Oestersund, Sweden (SWE): Event Feature: undefined athlete enters the stadium infield over the tunnel - IBU world championships biathlon, individual men, Oestersund (SWE). www.nordicfocus.com. © Manzoni/NordicFocus. Every downloaded picture is fee-liable.

In dieser Saison steht im Nordischen Bereich der Weltcup besonders im Focus – da ausnahmsweise mal keine Olympischen Spiele oder Weltmeisterschaften den Saisonhöhepunkt markieren. Wobei: Eine WM gibt es doch, die der Skiflieger im März in Planica.

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