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1. März 2018 Viessmann Sport

Weiter, immer weiter – Keine Pause für die Olympioniken

Lahti (FIN), Austragungsort der Nordischn Ski Weltmeisterschaften 2017.

Von wegen rauschende Olympia-Parties: Deutschlands erfolgreiche Skisportler stehen kurz nach der Rückkehr aus Korea schon wieder im Schnee statt im Schampus zu baden.

Mit Windpech in Pyeonchang (KOR): Carina Vogt.

Mit Windpech in Pyeonchang (KOR): Carina Vogt.

Während wenigstens die Biathleten noch eine Woche länger Weltcup-Pause haben, sind die Nordischen Skisportler an diesem Wochenende schon wieder gefragt. Deutschlands Skispringerinnen hingegen freuen sich, dass es in Rasnov (ROM) endlich weitergeht, immerhin mussten sie den Weltcup einen Monat lang unterbrechen, um in Korea einen einzigen – wenn auch aus DSV-Sicht mit Silber von Katharina Althaus sehr erfolgreichen – Wettbewerb zu absolvieren. Gerade die total unter Wert geschlagene Sotschi-Olympiasiegerin Carina Vogt hofft, zum Saisonende unter Beweis stellen zu können, dass Formaufbau und Leistungsvermögen zum Saisonhöhepunkt auch in diesem Winter wieder perfekt getimt waren – nur den Wind von Pyeongchang als Störgröße konnte man weder beeinflussen noch berechnen.

Vorentscheidungen in Lahti

Trotz mehrwöchiger Zwangspause: Richard Freitag ist noch im Rennen um den Gesamt-Weltcup.

Der Wind spielt traditonell auch in Lahti immer mal wieder eine Rolle, und so dürften Springer und Kombinierer aufmerksam in Richtung Fahnen am Hang schauen, um einen ersten Eindruck zu bekommen, welchen äußeren Umständen ihre Wettkämpfe dieses Mal ausgesetzt sind. Dabei sind die „Salpaussälen Kisat“, die Winterfestspiele an der gleichnamigen Hügelkette also, gleich in zweifacher Hinsicht eine Revanche – zum einen für die Olympischen Spiele, zum anderen für die vor einem Jahr an gleicher Stelle ausgetragene Nordische Ski-WM. Eric Frenzel, Fabian Riessle und Co. werden dabei sicherlich testen, ob im großen Ski- und Fußballstadion auch andere Sportler, als 2017-Dauersieger Johannes Rydczek als Erste über die Ziellinie fahren können. Und Skispringer Andreas Wellinger denkt möglicherweise bei der Entscheidung auf der Großschanze nicht nur an Kamil Stoch und den Gesamtweltcup, sondern auch an die vergangene Saison, da hatte der Österreicher Stefan Kraft gesiegt – Wellinger landete in beiden Fälle auf Rang zwei. Der Gesamtweltcup ist übrigens auch für Richard Freitag noch ein durchaus realistisches Ziel – und das, obwohl der Sachse verletzungsbedingt einige Wochen hatte pausieren müssen.

Andreas Schlütter (li.): Der Sportliche Leiter der deutschen Langläufer erinnert sich ungern an Lahti (FIN).

Andreas Schlütter (li.): Der Sportliche Leiter der deutschen Langläufer erinnert sich ungern an Lahti (FIN).

Offene Rechnungen aus der Vergangenheit
Der Kampf um den Gesamtweltcup aus DSV-Sicht bei den Langläufern – das ist wohl nur eine schöne Erinnerung an bessere Zeiten mit Sommerfeld, Teichmann und Angerer als Vorzeige-Läufern. Dem nachzutrauern nützt aber nichts, es muss weitergehen. Und vielleicht greift ja der Sportliche Leiter des Teams, Andreas Schlütter, ausgerechnet in Lahti trotzdem mal in die Kiste mit den Erinnerungen und erzählt dem „Nachwuchs“ von seinen Erfahrungen mit der Strecke. Die sind vielschichtig, denn in Lahti gewann „Schlütti“ 2001 mit der Staffel seine erste WM-Medaille, lieferte Jahre zuvor aber auch einen Lauf ab, an den er sich wahrscheinlich mit gemischten Gefühlen erinnern wird. Denn beim Klassiker über 15 km war Schlütter, gut in Form und mit tollem Material unterwegs, bis zur letzten Zwischenzeit immer unter dem Top-Drei gemeldet, um am Ende zwar ein ordentliches, aber kein Podiumsplatzrennen quittiert bekommen. Was war geschehen: Schlütter hatte auf der letzten Abfahrt vor der gefürchteten Spitzkehre im Stadionbereich schon an nichts anderes mehr gedacht, als an jene Schlüsselstelle. Dabei allerdings das Gleichgewicht verloren und ein „Hirschloch“ in den Schnee gerissen. Folge: Statt der Siegerehrung gab es jede Menge flotter Sprüche – aber eben auch die Erkenntnis, mit der Weltspitze mitlaufen zu können. Gelänge dies auch 2018 wäre es für die Deutschen ein Riesenerfolg.

Fotos: NordicFocus