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18. März 2019 Viessmann Sport

WM in Östersund: Arnd und Denise auf Goldkurs im Winterwald

13.03.2019, Oestersund, Sweden (SWE): Arnd Peiffer (GER) - IBU world championships biathlon, individual men, Oestersund (SWE). www.nordicfocus.com. © Tumashov/NordicFocus. Every downloaded picture is fee-liable.

Mit den Massenstarts endeten am Sonntag die Biathlon-Weltmeisterschaften im schwedischen Östersund. Wind und Schneefall waren die einzigen Störfaktoren beim sonst rundum gelungenen Saisonhöhepunkt der Biathleten, der von den Norwegern dominiert wurde. Auf Platz zwei in der Medaillenbilanz hatten aber auch die deutschen Biathleten viele Gründe zum Jubeln.

Siegerehrung in Östersund(SWE): Arnd Peiffer ist Sprint-Weltmeister.

Besonders die Siegerehrungen wird Arnd Peiffer wohl in guter Erinnerung behalten. Der Harzer, seit dieser WM auch Titelträger im Einzelrennen, lobte nach der letzten Entscheidung die Organisatoren für deren Engagement und zeigte sich besonders von den abendlichen Zeremonien vor dem Rathaus von Östersund schwer beeindruckt. Peiffer weiß, wovon er spricht. Immerhin wurde er gleich drei Mal aufs Treppchen gerufen: zu Gold im Einzel gesellten sich noch zwei Silberplaketten im Teamsprint und mit der Staffel.

Herrmann – von der Umsteigerin zur Weltmeisterin

Denise Herrmann freut sich über den Sieg im WM-Massenstart-Rennen.

Ebenfalls drei Mal durfte sich Denise Herrmann feiern lassen. Für die Oberwiesenthalerin ging damit ein Traum in Erfüllung. „Östersund – das ist meine Strecke, mein Ort“, jubelte Herrmann nach ihrem Sieg im Verfolger. Klar, hatte die Sächsin doch am gleichen Ort ihren ersten Weltcupsieg gefeiert. Das war im Dezember 2017. Und der Beginn einer unglaublichen Geschichte. Denn eigentlich galt die inzwischen 30-Jährige aus dem Erzgebirge als Langlauf-Sprintspezialisten, hatte bei den Olympischen Spielen in Sotschi ihren Anteil an der Staffel-Bronzemedaille und tauchte auch im Weltcup immer mal wieder auf dem Podest auf.
Doch dann entschloss sich Denise, das Gewehr zu schultern – nun ist sie zusätzlich Weltmeisterin. Außerdem gab es noch Silber und Bronze im Mixed-Team Wettbewerb und im Massenstartrennen. Mit ihrem kompletten Medaillensatz stellte Herrmann bei dieser WM sogar die große Laura Dahlmeier ein wenig in den Schatten.

Dahlmeier glücklich mit Bronze

Deutsches Doppelpodium in der Verfolgung: D. Herrmann und L. Dahlmeier freuen sich gemeinsam über Gold und Bronze.

Das allerdings geschah nicht absichtlich, sondern ungewollt und ist zudem nicht ganz gerecht. Denn Dahlmeiers zwei Bronzeplaketten mögen öffentlich – eingedenk bisheriger Siegeszüge – vielleicht nicht als der ganz große Triumpf gelten, für die 25-Jährige aber strahlen sie möglicherweise mehr als alle Titel. Denn die beiden dritten Plätze wurden mit unbändigem Kampfgeist errungen, in einer Saison, in der für Dahlmeier fast alles nicht so lief wie geplant. Kurze Erinnerung: Nach schwerer Krankheit folgte der Einstieg in den Weltcup kurz vor Weihnachten in Nove Mesto, dann gab es wieder krankheitsbedingte Rückschläge, kauf Auftritte bei Weltcuprennen und damit verbunden die eine oder andere sportliche Niederlage, auf die eine Siegläuferin wie Dahlmeier wohl liebend gern verzichtet hätte. Zum Saisonhöhepunkt reichte es aber für Laura wieder zu Podestplätzen – trotz Erkältung und nur suboptimaler Vorbereitung.

WM-Bilanz

Nur dei Norweger waren schneller: E. Lesser, R. Rees, A. Peiffer und B. Doll freuen sich über Staffel-Silber.

Zum Podestplatz reichte es auch für die deutsche Männerstaffel, in Summe kommen die DSV-Biathleten also mit sieben Plaketten nach Hause zurück. Manch einer mag nun feststellen, es habe schon erfolgreichere Titelkämpfe gegeben. Stimmt, aber auch schon Weltmeisterschaften, bei denen fast nichts lief.
Wie schwer es ist, auf den Punkt erfolgreich zu sein, das lässt sich allein an der zurückhaltenden Erwartungshaltung von Gastgeber Schweden ablesen. Die hatten vor Jahresfrist in Pyeongchang vier Medaillen gewonnen – das Ziel für die Heim-WM lag jedoch bei gerademal einer. Und deshalb freute sich auch der scheidende schwedische Coach Wolfgang Pichler über gleich drei Sprünge aufs Podium. Und über die gute Stimmung in Östersund.

Eingeschneit: WM-Maskottchen Birger im Neuschnee von Östersund.

Denn eigentlich störten diese Titelkämpfe nur der permanent starke Wind, der gefühlt aus mindestens drei Himmelsrichtungen gleichzeitig pfiff – und der Schnee. Mit dem Schneefall aber konnten sich alle noch am ehesten anfreunden – immerhin ist Biathlon eine Wintersportart und da gehören Kälte und die weiße Pracht eben einfach dazu.

Fotos: Tumashov, Manzoni / Nordic Focus