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11. Februar 2019 Viessmann Sport

WM-Status: Licht und Schatten bei den Springern

Podium beim Teamwettbewerb in Lahti (FIN).

Wenige Wochen vor Beginn der Nordischen Ski-WM stehen Deutschlands Skisprung-Männer vor einem Berg an Hausaufgaben. Denn es ist wie verhext: ausgerechnet die bisherigen Leistungsträger, allen voran Olympiasieger Andreas Wellinger und der Gesamt-Weltcup-Zweite der Vorsaison, Richard Freitag, bekommen ihre Form nicht stabilisiert. „Im Prinzip können wir uns nicht beschweren“, so Trainer Schuster, „Stephan Leyhe, Karl Geiger und bis zu seiner schlimmen Verletzung auch David Siegel haben tolle Fortschritte gemacht, sind deutlich weiter, als noch vor einem Jahr. Aber Andi und Rich – da mache ich mir schon ein paar Sorgen mit Blick auf die WM.“

Experimentierfreudiger Bundestrainer

Vor der WM: Welche Stellrädchen muss Werner Schuster bei seinem Team drehen?

Vor der WM: Welche Stellrädchen muss Werner Schuster bei seinem Team drehen?

Schuster probierte eine Menge, nahm seine Aktiven aus dem Weltcupzirkus heraus, um die Form neu aufzubauen, schenkte ihnen Vertrauen, probierte es mit Sondertrainingseinheiten, mit Gesprächen, mit Druck – allein die Ergebnisse lassen weiterhin auf sich warten. Für Andreas Wellinger steht in den Einzelkonkurrenzen gerade mal ein zweiter Platz, erreicht in Kuusamo, zu Buche. Richard Freitag sah das Podest in diesem Winter noch gar nicht, hat insgesamt so viele Weltcuppunkte gesammelt, wie in der Vorsaison nach drei Springen. Und während Wellinger zumindest nach außen hin locker wirkt und dokumentiert, mit der Situation umgehen zu können, merkt man dem sensiblen Sachsen an, dass dieser Zustand an ihm nagt.

Lichtblick beim Teamerfolg in Lahti

Nachdenklich: Richard Freitag beim Teamspringen in Lahti (FIN).

Nachdenklich: Richard Freitag beim Teamspringen in Lahti (FIN).

Aber noch ist Zeit bis zur WM, und nachdem beim Skifliegen in Oberstdorf die Probleme von Schusters bisherigen Vorfliegern offen zutage traten, machten die Auftritte von Lahti wieder ein bisschen Hoffnung. Denn trotz des Fehlens von Deutschlands derzeit bestem Einzelkönner – Markus Eisenbichler – gelang im Team ein hervorragender zweiter Platz. Und das, obwohl Werner Schuster vor diesem Wettkampf die Messlatte der Erwartung ziemlich niedrig angesetzt und erklärt hatte, normalerweise nicht in den Kampf um Podestplätze eingreifen zu können. Karl Geiger stabilisierte sich – wurde in der Einzelkonkurrenz als Sechster bester Deutscher und hätte mit einem besseren ersten Durchgang sogar auf das Podest springen können. Wellinger und Freitag dagegen grübeln weiter. Für Andreas Wellinger war schon nach dem ersten Durchgang Endstation und Richard Freitag ist noch immer auf der Suche nach Stabilität und der Lockerheit, die ihn in der Vorsaison ausgezeichnet hatte.

WM-Generalprobe im Hochsauerland

Freuen sich über Platz beim Teamspringen: S. Leyhe, K. Geiger, A. Wellinger, R. Freitag

Freuen sich über Platz beim Teamspringen: S. Leyhe, K. Geiger, A. Wellinger, R. Freitag

„Wir wissen, woran es liegt. Aber gerade bei den beiden ist es schwierig. Je länger man der Form hinterherspringt, umso schneller verkrampft man eben auch und bei Sportlern, die den eigenen Ansprüchen hinterherfliegen, macht sich verständlicherweise dann eben auch Frust breit,“ resümiert der Bundestrainer und will es dennoch weiter versuchen. Letzte Ausfahrt: Willingen! Beim Heim-Weltcup vor den vielen Fans besteht nämlich durchaus die Möglichkeit, dass der „Knopf aufgeht“ und sich die WM-Form dann doch noch rechtzeitig einstellt. Zu wünschen wäre es Sportlern und Trainer.

Fotos: NordicFocus